Alfred Sisley
Der Kanal von Loing

Der Kanal von Loing
Alfred Sisley (1839-1899)
Der Kanal von Loing
1892
Öl auf Leinwand
H. 73; B. 93 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le canal du Loing [Der Kanal von Loing]


Im Jahr 1880 kommt es zu einem Bruch in Leben und Werk des Malers Sisley. Der Künstler verlässt das Departement Seine-et-Oise, wo er seit 1871 wohnte und arbeitete und zieht in das Departement Seine-et-Marne, wo er bis zu seinem Tod 1899 leben wird. Im September 1882 lässt er sich endgültig in Moret-sur-Loing, einer pittoresken kleinen Stadt am Ufer des Loing, nieder.
Im Laufe seiner letzten zwanzig Jahre malt Sisley oftmals am Fluss oder am Seineufer des Nachbarorts Saint-Mammès, wo Loing und Seine zusammenflieβen. Sisley führt auch zahlreiche Ansichten des Kanals aus, der über fünfzig Kilometer dem Lauf des Loing folgt.
Der Künstler präsentiert hier eine originelle Ansicht. Er befindet sich an einer Stelle, an der der Kanal eine Kurve beschreibt und nimmt das gegenüberliegende Ufer durch eine Reihe kahler Pappelstämme hindurch wahr. Diese Sichtweise erinnert an die Perspektivenwirkung, die man früher mit kurvenreichen, am Horizont verschwindenden Straßen erreichte.
Der Himmel nimmt einen Großteil des Bildes ein. In dem Jahr, in dem dieses Gemälde entsteht, schildert Sisley dem Kritiker Tavernier seine Kunst folgendermaßen: „der Himmel kann nicht nur Hintergrund sein [...] Ich betone diesen Landschaftsteil, weil ich dadurch zur Geltung bringen möchte, wie wichtig er für mich ist [...] ich beginne meine Bilder immer mit dem Himmel“.


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