Carolus-Duran
Der Genesende

Der Genesende
Carolus-Duran (1837-1917)
Der Genesende
Um 1860
Huile sur toile
H. 99; B. 126 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le convalescent [Der Genesende]


Dieses Gemälde erhält die Erinnerung an das Gemälde Besuch bei einem Genesenden aufrecht, das Carolus-Duran für den Wicar Wettbewerb in Lille präsentierte. Jean-Baptiste Wicar (1762-1834), der neo-klassizistische Maler, Sammler und Stifter des Museums von Lille, hatte einen Wettbewerb ins Leben gerufen, in dem die Künstler ihre Kenntnisse zur Perspektive, Anatomie, Malerei und Ausdruck unter Beweis stellen mussten. 1861 trägt Carolus-Duran mit Besuch bei einem Genesenden den Preis davon. Er erhält ein Stipendium und kann eine Italienreise unternehmen.
Trotz dieses Erfolges ist er mit seinem Werk nicht zufrieden, er zerschneidet es und behält nur zwei Fragmente: einen weiβen Hund und diesen Genesenden. Eine Variante dieses Sujets, Der Schlafende übergab der Künstler 1862 dem Museum von Lille.

Dieses Werk ist dem Realismus eines Zacharie Astruc, eines Freundes des Künstlers, und der Maler Fantin-Latour und Alphonse Legros, die Carolus-Duran zu dieser Stilrichtung rieten, verpflichtet. Der Einfluss von Courbet und seines Der Verletzte, den Carolus-Duran vermutlich 1855 anlässlich der Weltausstellung im Pavillon für realistische Kunst gesehen hat, tritt klar zutage. Der Bildausschnitt im Stile Degas‘ ist sehr originell, er bringt die Moderne des Gemäldes zur Geltung. Vielleicht ist die Geste des Künstlers so zu interpretieren. Der Genesende besticht durch seine kraftvolle Pinselführung, seine leuchtende Farbpalette. Es gehört zu den schönsten Werken Carolus-Durans.


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