Pierre Bonnard
Die karierte Bluse

Die karierte Bluse
Pierre Bonnard (1867-1947)
Die karierte Bluse
1892
Öl auf Leinwand
H. 61; B. 33 cm
© ADAGP, Paris - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le Corsage à carreaux [Die karierte Bluse]


Pierre Bonnard malt dieses Bild 1892, am Anfang seiner Künstlerkarriere, als er dank zwei Pariser Ausstellungen, die erste 1888 bei dem Kunsthändler Siegfried (genannt Samuel) Bing, die andere zwei Jahre später in der Ecole nationale des Beaux-Arts, die japanische Kunst entdeckt. Diese Erfahrung prägt ihn so sehr, dass er von den Nabis als der „japanbegeisterte Nabi“ bezeichnet wird.

Bei der Frau, die ihm für Die karierte Bluse Modell saß, handelt es sich um Andrée Terrasse (1872-1923), die Schwester des Künstlers und Gattin des Komponisten Claude Terrasse.
Das längliche Format dieses Werk ist den Kakemonos, Malereien auf Seide oder Papier, entlehnt, die vertikal aufgehängt werden und wie hier sichtbar etwa doppelt so hoch wie breit sind. Bonnard wird auch von den Ukiyo-é, Holzstichen, auf denen die auf westlichen Werken übliche Symmetrie fehlt und deren Figuren oftmals aus dem Bild hinausreichen, inspiriert. Er wählt ungewöhnliche Blickwinkel und verschiedene Standpunkte: er stellt den Tisch in Draufsicht dar, er befindet sich auf der gleichen Ebene wie die Figur, die indes von unten zu sehen ist. Bonnard vermittelt den Eindruck von Volumen, ohne von der traditionellen Perspektive oder Formgebung Gebrauch zu machen. Arabesken lassen die Anatomie, die Formen erahnen.


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