Jean Carriès
Der Bergarbeiter aus der Loire

Der Bergarbeiter aus der Loire oder Der Bergarbeiter
Jean Carriès (1855-1894)
Der Bergarbeiter aus der Loire oder Der Bergarbeiter
Um 1884
Statue, patinierter Gips und rot-braunes Wachs
H. 72; B. 36,6; T. 34,7 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Der Bergarbeiter aus der Loire oder Der Bergarbeiter
Der Bergarbeiter aus der Loire oder Der Bergarbeiter

Le mineur de la Loire dit aussi Le Mineur [Der Bergarbeiter aus der Loire oder Der Bergarbeiter]


Der Bergarbeiter ist ein sehr ungewöhnliches, ausdrucksstarkes Beispiel der Bildhauerei von Carriès. Einem Brief an seinen Freund und Mäzenen Ménard-Dorian zufolge stellt die aus einem Gipskern modellierte Wachsplastik höchstwahrscheinlich einen Köhler dar. Der zweikrempige Hut entspringt der Fantasie des Künstlers, dessen Vorliebe für Kopfbedeckungen in zahlreichen Skulpturen zutage tritt. Das Zusammenspiel der Patina von Gips und rotbraunem Wachs ist äußerst gelungen, die bis zur Hüfte dargestellte Figur erinnert an das im Petit Palais befindliche Selbstporträt aus Wachs. Der Bergarbeiter, der zugleich einen Arbeiter, Bauern und Handwerker darstellt, besticht durch seine kraftvolle und nüchterne Ausführung.

Carriès stellte im März 1886 im Cercle d’Art des XX in Brüssel aus. Im vorherigen Jahr hatte Constantin Meunier dort eine Wachsplastik des Hafenarbeiter im Hafen von Antwerpen präsentiert. Carriès war das Interesse für die bildhauerische Repräsentation der Arbeiter nicht entgangen. Die Tatsache, dass das Modell aus Ton auch den Titel Germinal trägt (Zolas Roman erscheint 1885), legt Zeugnis davon ab, dass für seine Zeitgenossen die Skulptur eher eine symbolische als eine realistische Darstellung der Arbeitswelt war.


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