Pierre Puvis de Chavannes
Der arme Fischer

Der arme Fischer
Pierre Puvis de Chavannes (1824-1881)
Der arme Fischer
1881
Öl auf Leinwand
H. 155,5; B. 192,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le pauvre pêcheur [Der arme Fischer]


Der arme Fischer ist das erste Gemälde von Puvis de Chavannes, das der Staat erwarb. Das Werk erregte indes auf dem Salon von 1881 großes Aufsehen und wurde erst 1887 anlässlich einer erneuten Ausstellung bei dem Kunsthändler Durand-Ruel gekauft. Sechs Jahre dauerte es, bis ein staatliches Museum wagte, dieses radikale Bild, das nichts mit dem realistischen Zeitgeschmack der Epoche gemein hatte, zu zeigen.

Puvis verwendete kein Trompe-l'œil, er wollte bewusst mittels der traurigen Landschaft das Ausmaß des Elends und der Resignation des Witwers von zwei Kindern darstellen. In dem Bild des Fischers klingt natürlich die Bibel an. 1881 empörten sich die Kritiker über den synthetischen Charakter des Gemäldes, den Verzicht auf die Herausarbeitung der Formen und auf die traditionelle Perspektive, die grünliche Farbgebung.

Der Schriftsteller Huysmans verglich das Werk mit Messbuchbildern und alten Fresken ohne jeglichen Glanz und Tiefenwirkung. Einige Künstler der jungen Generation von Seurat bis Gauguin und Maurice Denis, ganz zu schweigen von Picasso waren dagegen von der extrem ergreifenden Schlichtheit dieses stillen Bildes begeistert. Puvis wurde zum Wegbereiter der neuen Malerei.


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