Frantz Metzner
Der Leidtragende

Der Leidtragende
Frantz Metzner (1870-1919)
Der Leidtragende
Um 1913
Statue aus Gips, Patina aus Graphit
H. 56; B. 25,4; T. 37 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le poids du chagrin [Der Leidtragende]


Metzner Kunst steht in der Tradition des Symbolismus und des Wiener Jugendstils. Der Leidtragende weist um die Wende 1910 eine zunehmende Stilisierung auf, er ist ausdrucksstark und die Thematik bewusst geheimnisvoll oder dramatisch. Die Gliederung der Formen ist stark hervorgehoben und durch tiefe, kontrastreiche Linien wird der Körper in nahezu geometrische Ebenen unterteilt.
Der Leidtragende, ein lebensgroßes Werk aus Bronze, das für ein Grab bestimmt war, ist charakteristisch für die Veränderungen der Jahre 10 und gereichte dem Künstler zu großem Ansehen. Metzner kam aus Böhmen und arbeitete vor allem in Berlin und Wien. Bei der Weltausstellung in Paris 1900 sind seine Skulpturen relativ erfolgreich und in der Folge interessiert sich die Kritik wirklich für ihn.

Die Herkunft dieses Gipses ist von besonderer Bedeutung: er gehörte einem Wiener Architekten, der in der Wiener Sezession sehr aktiv war. Metzner pflegte den Kontakt mit den Künstlern der Sezession, insbesondere mit Klimt und dessen Freunden, er arbeitete auch mit zahlreichen Architekten zusammen: wie alle Künstler der Vorkriegszeit beschäftigte er sich mit der Synthese der Künste.


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