Jules Breton
Die Rückkehr der Ährenleserinnen

Die Rückkehr der Ährenleserinnen
Jules Breton (1827-1906)
Die Rückkehr der Ährenleserinnen
1859
Öl auf Leinwand
H. 90; B. 176 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le rappel des glaneuses [Die Rückkehr der Ährenleserinnen]


Die Rückkehr der Ährenleserinnen veranschaulicht eine alltägliche Szene aus dem Landleben in Courrières, Jules Bretons Heimatdorf im Artois. Er zeigt die Ährenleserinnen nicht bei der Arbeit, wie zwei Jahre vor ihm Jean-François Millet, sondern bei der Rückkehr von den Feldern. Mehrere Elemente deuten darauf hin, dass die Szene am Ende des Tages spielt: die schmale Mondsichel links oben, die Gegenwart des Feldhüters, der an einen Steinpfosten gelehnt durch seine zum Schalltrichter geformten Hände das Signal zum Aufbruch gibt, und vor allem auch der Sonnenuntergang hinter den Bäumen, der die Szene in das warme goldene Licht eines Spätnachmittags taucht. Trotz so mancher realistischer Details wie die abgetragene, zerrissene Kleidung oder die nackten Füße der Frauen, hat der Maler eine vollkommen idealisierte Szene dargestellt. Durch die würdevolle, stolze Haltung der Bäuerinnen und die friesartige Bildkomposition wirkt das Gemälde erhaben und voller Poesie.

Jules Breton, der zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn überwiegend Einblick in das müheselige, elende Leben der Arbeiter gab, gewinnt mit seiner idyllischen, pittoresken Vision die Gunst der Kritiker und der Öffentlichkeit. Das Werk, das 1859 auf dem Salon präsentiert wird, löst große Begeisterung aus, es zieht selbst die Aufmerksamkeit von Kaiserin Eugenie auf sich, die es aus den Mitteln der Zivilliste Napoleons III. kaufen lässt. Es wird zuerst im Schloss von Saint-Cloud ausgestellt und geht 1862 dank einer Schenkung des Kaisers in die Sammlungen des Musée du Luxembourg, dem damaligen Museum für lebende Künstler, über.


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