Anonym, Eiffel Fonds
Das Viadukt von Gabarit, Plan, Aufriss, Seitenansichten

Das Viadukt von Gabarit, Plan, Aufriss, Seitenansichten
Anonym, Eiffel Fonds
Das Viadukt von Gabarit, Plan, Aufriss, Seitenansichten
nach 1879
Stich, Aquarell
H. 36; B. 139 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le viaduc de Garabit, plan, élévation, coupes [Das Viadukt von Gabarit, Plan, Aufriss, Seitenansichten]


Das Viadukt von Gabarit im Cantal bleibt eines der großen Werke von Gustave Eiffel. Hier findet sich der Ursprung des hochentwickelten Eiffelturmprojekts und auch der Beginn des Interesses an meteorologischen und aerodynamischen Gegebenheiten. Diese Gegend ist gebirgig und heftigen Winden ausgesetzt. Das machte technische Leistungen notwendig, die auch beim Bau des Viadukts in Douro bei Porto (Portugal) 1876 nicht übertroffen wurden. Die Stabilität der als Bindersparren dienenden Träger und die Windresistenz waren die beiden Herausforderungen dieses Unternehmens. Die mit dem Bau betrauten Ingenieure Boyer und Baudry riefen Gustave Eiffel hinzu, weil er für seine Erfahrung in diesem Bereich bekannt war.

Die entscheidende Neuerung dieser Konstruktion ist der Höhenabstand zwischen dem Gewässer und der Eisenbahnlinie. Er beträgt hier 122m gegenüber 61m in Porto, also genau doppelt so viel. Diese Höhe charakterisiert Gustave Eiffel folgendermaßen: „es genügt, zu sagen, dass es [das Viadukt] entschieden höher ist, als Notre Dame von Paris und die Säule der Place Vendôme zusammen“. Die Gebäudehöhe ist anhand der verschiedenen technischen Angaben der Zeichnung deutlich zu erkennen: der Plan des Viadukts, die Pläne der Pfeiler, sowie die Aufrisse und Seitenansichten. Man kann ebenfalls die gemauerten Viadukte erkennen, die beiderseits den Anfang des Bauwerks bilden. Die „Bogenkonstruktion“ entspricht der über dem Douro erprobten Bauart. Für den Bau waren zwei volle Jahre nötig. Die Einrichtung von Wohn- und Versorgungsmöglichkeiten für die Arbeiter in der Umgebung nahm ein Jahr in Anspruch. Weiter ist bemerkenswert, dass die Bahnschienen so verlegt wurden, dass eventuell vom Sturm umgeworfene Waggons leicht geborgen werden können. Diese Zeichnung ist auch deshalb besonders interessant, weil sie dem Betrachter architektonische Realisationen aus drei verschiedenen Epochen vergegenwärtigt.


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