Edgar Degas
Das Schulmädchen

Das Schulmädchen
Edgar Degas (1834-1917)
Das Schulmädchen
Um 1880
Gips
H. 29,3; B. 12,7; T. 15,6 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Das Schulmädchen

L'écolière [Das Schulmädchen]


Als Degas am 27. September 1917 stirbt, vertrauen seine Erben den Atelierbestend den bekannten Kunsthändlern Durand-Ruel und Vollard an. Ersterer berichtet, dass sie „rund hundertfünfzig Stücke auf den drei Ebenen vorgefunden haben [...] die meisten waren kaputt, manche zerfielen gar in Staub. Wir haben die einigermaßen vorzeigbaren, rund hundert, aussortiert”. Es handelte sich um Wachsfiguren, von denen schließlich nur achtzig restauriert wurden. Das Schulmädchen tauchte in diesem Bestand gewiss unter dem Titel „Mädchen aus Wachs” auf.
Am 13. Mai 1918 wird mit der Werkstatt Hébrard ein Vertrag für die Bronzeabgüsse der Skultpuren unterzeichnet. Das Schulmädchen gehört jedoch nicht zu den Bronzeabgüssen der ersten Serie, die in Paris im Mai/Juni 1921 ausgestellt wird.

Die Statue taucht erst 1955 wieder auf einer New Yorker Ausstellung auf. Knoedler & Company, die Galerie, in der die Werke ausgestellt werden, gibt im folgenden Jahr zwanzig Bronzeabgüsse bei Nelly Hébrard in Auftrag. In der Folgezeit, werden zahlreiche weitere angefertigt, allein Nelson Rockefeller ließ von einem fünfhundert Exemplare herstellen. Der hier präsentierte Gips ist sehr kostbar, da er aus der Gießerei Hébrard stammt, wo er als Modell diente. Darauf weisen die zahlreichen Gießereizeichen auf Stücken hin, für die sein Abguss verwendet wurde.
Das Alter des Mädchens und die Körperhaltung erinnern an Degas' berühmteste Skulptur, die Kleine vierzehnjährige Tänzerin. Dieses Schulmädchen wirkt so natürlich, als sei sie auf der Straße skizziert worden.


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