Vincent van Gogh
Kirche von Auvers-sur-Oise, Chor

Kirche von Auvers-sur-Oise, Chor
Vincent van Gogh (1853-1890)
Kirche von Auvers-sur-Oise, Chor
Juni 1890
Öl auf Leinwand
H. 94; B. 74 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

L'église d'Auvers-sur-Oise, vue du chevet [Kirche von Auvers-sur-Oise, Chor]


Nach seinem Aufenthalt in Südfrankreich in Arles und anschließend in der psychiatrischen Klinik von Saint-Rémy de Provence kommt Vincent van Gogh nach Auvers-sur-Oise, ein Dorf in der Umgebung von Paris. Sein Bruder Theo, der sich um seine Gesundheit Sorgen macht, vermittelt eine Bekanntschaft mit dem Doktor Gachet, selbst ein Maler, der bereit ist, sich um ihn zu kümmern. Während der zwei Monate zwischen seiner Ankunft in Auvers am 21. Mai 1890 und seinem Tod am 29. Juli malt der Künstler etwa siebzig Bilder, das heißt, mehr als eines pro Tag und er fertigt zahlreiche Zeichnungen an. Dieses Bild ist das Einzige, das Vincent van Gogh der Kirche von Auvers gewidmet hat. Diese frühgotische Kirche aus dem XIII. Jahrhundert mit ihren beiden romanischen Kapellen wird unter dem Pinsel des Künstlers zu einem funkelnden Monument, das unter dem vom Boden und den Wegen auf beiden Seiten ausgehenden Druck zu bersten droht. Vergleicht man dieses Bild mit den kurz danach entstandenen Kathedralen von Claude Monet, so kann man die Distanz zwischen dem Vorgehen Van Goghs und dem der Impressionisten ermessen. Im Gegensatz zu Monet versucht er nicht, den Eindruck, den das Spiel des Lichtes auf dem Gebäude hervorruft, wiederzugeben. Auch wenn die Kirche erkennbar bleibt, so bietet dieses Bild dem Betrachter weniger eine treue Darstellung der Wirklichkeit, als eine Form von Auslegung derselben. Die plastischen Mittel, die Van Gogh gebraucht, kündigen bereits die Arbeit der Fauves und der Expressionisten an.


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