Odilon Redon
Mit geschlossenen Augen

Mit geschlossenen Augen
Odilon Redon (1840-1916)
Mit geschlossenen Augen
1890
Leinwand auf Karton
H. 44; B. 36 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Les yeux clos [Mit geschlossenen Augen]


In den Jahren 1890 fertigt Odilon Redon manche seiner Zeichnungen oder Grafiken in Farbe an. Das Bild Mit geschlossenen Augen aaus dem Jahr 1890 stellt vermutlich seine Gattin Camille Falte dar und nimmt die Komposition einer zuvor entstandenen Zeichnung wieder auf.

Die geschlossenen Augen des Schläfers oder des Toten verweisen auf die innere Welt, den Traum, die Abwesenheit oder die Erscheinung. Aus seinem Tagebuch A soi-même, das 1922 veröffentlicht wurde, erfahren wir, dass er diese Themen immer wieder behandelte. Durch die starke Verdünnung wirkt die Farbe fast immateriell, das Korn der Leinwand ist sichtbar. Der Oberkörper scheint in einem undefinierten Raum zu schweben...

Dieses Gesicht erinnert an die Büsten der italienischen Renaissance im 15. Jahrhundert, insbesondere an die Marmorskulpturen von Francesco Laurana. Vermutlich ist es auch dem im Louvre ausgestellten Der sterbende Sklave von Michelangelo nachempfunden, der Redon zutiefst erschüttert hatte
von Michelangelo nachempfunden, der Redon zutiefst erschüttert hatte und über dessen befremden Reiz der „geschlossenen Augen“ er in seinem Tagebuch berichtet hatte.
Dieses Bild gilt als Ikone der symbolistischen Malerei und wurde 1904 im Atelier des Künstlers von Léonce Bénédite, dem Direktor des Musée du Luxembourg, als erstes Werk von Redon für die staatlichen Sammlungen ausgewählt.

Redon-Dossier


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