Pierre Puvis de Chavannes
Die Hoffnung

Die Hoffnung
Pierre Puvis de Chavannes (1824-1898)
Die Hoffnung
Zwischen 1871 und 1872
Öl auf Leinwand
H. 70,5; B. 82 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

L'Espérance [Die Hoffnung]


Der französisch-preußische Krieg war sehr prägend für Pierre Puvis de Chavannes und inspirierte ihn zu mehreren Werken. Insbesondere 1872 stellt er auf dem Salon eine Hoffnung aus, die heute in der Walters Art Gallery von Baltimore aufbewahrt wird. Das Musée d'Orsay besitzt eine kleine Version, die auch zwischen 1871 und 1872 realisiert wurde.

Der Maler stellt die Hoffnung in Form eines nackten Mädchens dar, das auf einem mit einem weißen Laken bedeckten Hügel sitzt. Sie hebt sich von einer trostlosen Landschaft ab, wo Ruinen und Notkreuze der behelfsmäßigen Friedhöfe den Konflikt veranschaulichen. Verschiedene Elemente weisen indes darauf hin, dass eine neue, vielversprechende Zeit beginnt. Der Olivenzweig in der Hand des Mädchens symbolisiert den Frieden, während der Lichtschimmer hinter den Hügeln den Anbruch eines neuen Tages ankündigt. Die Blumen, die zwischen den Steinen des Hügels wachsen, lassen auch auf neues Leben hoffen. Der Verzicht auf geschichtliche Details verleiht dem Gemälde eine universelle symbolische Bedeutung.

Bezeichnend für den Stil von Puvis de Chavannes sind der vereinfachte Aufbau, die Verwendung von matten Farben und das Fehlen jeglicher Herausarbeitung der Formen. Paul Gauguin, ein großer Bewunderer des Malers, besaß eine Reproduktion dieses Gemäldes auf Tahiti. Er bildet sie 1901 in seiner Stillleben mit Hoffnung ab.


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