Narcisse Diaz de la Peña
Waldrand

Waldrand
Narcisse Diaz de la Peña (1807-1876)
Waldrand
1871
Öl auf Holz
H. 71; B. 98.5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Lisière de forêt [Waldrand]


Diaz entdeckt 1837 voller Begeisterung Barbizon. Er lässt sich in Kürze dort gemeinsam mit seinen Freunden Jules Dupré, Théodore Rousseau, Constant Troyon, Camille Corot nieder. Den Malern der sogenannten Barbizonschule diente der Wald von Fontainebleau als Atelier in Lebensgröße.

Bäume, ein Weg, ein Wolkenhimmel, eine kaum wahrnehmbare menschliche Figur... Diese Waldansicht ist eine reine, schlichte und wirkliche Landschaft, die zwei Traditionen, der naturalistischen und der romantischen, verpflichtet ist. Die naturalistische Tendenz kommt durch die Schlichtheit, das Fehlen jeglicher anekdotischer Zufügungen, jeglicher narrativer Elemente zur Geltung. Die Bäume jedoch mit den dürren, gewundenen Ästen, die rechts und links des Wegs stehen und die sich von einem bedrohlichen Himmel abheben, verleihen dem Gemälde eine romantische Atmosphäre. Das Nebeneinander, die Überlagerung und Verschränkung der kräftigen Pinselstriche (Baudelaire nannte dies „papillotage” [Flimmern]) verstärken diese Stimmung noch, indem sie die Komplexität der flimmernden, lebendigen, chaotischen Natur offenbaren.
„Er malt nicht die Natur, sagte der Kritiker Théophile Thoré [...]. Seine Kunst ist die Poesie der Träume, er gibt eine Vorstellung von einer übernatürlichen Welt”.


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