Pierre Auguste Renoir
Frau Josse Bernheim-Jeune und ihr Sohn Henry

Frau Josse Bernheim-Jeune und ihr Sohn Henry
Pierre Auguste Renoir (1841-1919)
Frau Josse Bernheim-Jeune und ihr Sohn Henry
1910
Öl auf Leinwand
H. 92,5; B. 73,3 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Madame Josse Bernheim-Jeune et son fils Henry [Frau Josse Bernheim-Jeune und ihr Sohn Henry]


Das Modell für dieses Gemälde ist Mathilde Adler (1882-1963). 1901 heiratet sie ihren Cousin Josse Bernheim-Jeune (1870-1941), während ihre Schwester Suzanne (1883-1961) die Gattin von Josses Bruder Gaston (1870-1953) wird. Seit mehreren Jahren präsentieren die Brüder Bernheim-Jeune in ihrer Galerie die erste Generation der Impressionisten.
Renoir war schon im September 1901 mit dem Porträt der beiden Verlobten beauftragt worden. 1910 werden seine Dienste erneut in Anspruch genommen. Auf seinem Anwesen Les Collettes, in der Nähe von Cagnes-sur-Mer, fertigt er für Josse das Porträt seiner Gattin und ihres Sohns Henry Dauberville (1907-1988) an.

Der Raum ist eng, er mutet wie eine Schatulle an, was sich als äußerst schmeichelhaft für die Modelle erweist. Durch die Farbpalette, die sich durch einige wenige doch kräftige Töne auszeichnet, bringt Renoir die kostbaren Stoffe verstärkt zur Geltung. Dieses prächtige Bild beruft sich auf die Geschichte des Porträts von Rubens bis zum 18. Jahrhundert in Frankreich. Der klassizistische Einfluss in Verbindung mit seinem Talent als Porträtmaler sichert Renoir einen großen Kundenkreis. Obwohl der Künstler sehr gefragt ist, entspricht er insbesondere gegen Ende seiner Karriere nur den Bitten seiner engsten Bekannten oder seiner Kunsthändler wie Durand-Ruel oder Vollard.

Bei der kleinen Skulptur links oben handelt es sich um die Stehende Badende von Maillol, die auf 1898-1900 datiert wird. Dieser Hinweis auf Maillol könnte eine Hommage des Malers an den jungen Bildhauer sein, der 1907/1908 eine Büste von ihm anfertigte. Die Gegenwart der Skulptur könnte auch von dem Interesse zeugen, das die Galerie Bernheim-Jeune dem jungen Künstler, der von Vollard entdeckt worden war, entgegenbringt.


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