Alexandre Cabanel
Tod von Francesca da Rimini und Paolo Matesta

Der Tod von Francesca de Rimini und Paolo Malesta
Alexandre Cabanel (1823-1889)
Der Tod von Francesca de Rimini und Paolo Malesta
1870
Öl auf Leinwand
H. 184 ; B. 255 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Mort de Francesca da Rimini et de Paolo Malatesta [Tod von Francesca da Rimini und Paolo Matesta]


Als Vorlage für diese tragische Szene dient ein Ereignis, das sich in Italien in Rimini in der Mitte des 13. Jahrhunderts zutrug und das Dante im V. Gesang seiner Göttlichen Komödie schildert. Francesca da Rimini, die gegen ihren Willen von ihrem Vater mit Lanciotto Malatesta verheiratet wurde, verliebt sich in ihren Schwager, den attraktiven Paolo. Der Gatte ertappt sie und tötet sie mit einem einzigen Schwertstreich.
Dieses Gemälde zeichnet sich durch die charakteristischen Elemente der klassischen Tradition aus, der Alexandre Cabanel sein Leben lang verhaftet blieb. Der Aufbau ist sehr gut durchdacht, die Faktur glatt, der Pinselstrich genau, die ikonografischen Details sind sorgfältig gearbeitet. Das Buch, das aus den Händen Francescas gefallen ist, erinnert daran, dass die beiden Liebenden im Augenblick des Todes Lancelot, ein höfisches Epos, lasen, während der hinter einem dicken Vorhang stehende Mörder noch sein blutiges Schwert in den Händen hält.

Cabanel ist einer der bedeutendsten Vertreter des im Zweiten Kaiserreich geschätzten Akademismus. Seine glänzende offizielle Karriere ist ein beredter Beweis dafür. Er studierte in der Villa Médicis von Rom, wird anschließend mehrmals auf dem Salon mit Medaillen ausgezeichnet und wird Professor an der Ecole des Beaux-Arts und Mitglied des Instituts. Das Gemälde wird jedoch nicht einstimmig auf dem Salon 1870 anerkannt. Es ist Gegenstand zahlreicher Kritiken und Karikaturen, man wirft ihm insbesondere die „unschöne“ Haltung von Paolo sowie die theatralische Darstellungsweise vor.


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