François Pompon
Eisbär

Eisbär
François Pompon (1855-1933)
Eisbär
Zwischen 1923 und 1933
Statue aus Stein
H. 163; B. 251; T. 90 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Sophie Boegly / Pinon


Eisbär
Eisbär

Ours blanc [Eisbär]


Pompon ist viele Jahre lang einer der gefragtesten Bildhauer von Paris. Er bearbeitet den Marmor für Auguste Rodin und für Camille Claudel. Ab 1905 gibt Pompon als Reaktion auf den Expressionismus Rodins die menschliche Figur auf und widmet sich ausschließlich der Darstellung von Tieren, die er im Jardin des Plantes beobachtet: Der Eisbär ist Pompons vollendetstes Werk und als er ihn 1922 auf dem Salon d'Automne ausstellt, führt er im Alter von 67 Jahren zu seinem ersten öffentlichen Erfolg.

Er verzichtet auf realitätsgetreue Gestaltung, jegliches Accessoire und Detail und interessiert sich nur für „das Wesen des Tieres an sich“. Das Werk besticht durch die Sparsamkeit der Mittel und die monumentale Größe. Bar unwesentlicher Details ist die Skulptur Ausdruck von Zeitlosigkeit und Beständigkeit: unter der stillen äußeren Erscheinung der vollen Formen entfaltet sich die glatte Skulptur zur universellen Form. „Ich behalte zahlreiche Details bei, die später verschwinden, sagte Pompon. Ich gestalte das Tier in fast allen Einzelheiten. Und nach und nach entferne ich sie...“. Colette war über die „dicken und stummen“ Pfoten seiner Tiere verblüfft.
Die Skulpturen Pompons zeichnen sich durch intuitive Furcht, rundliche Formen, Verzicht auf Geometrie und Verwendung traditioneller Materialien aus. „Ich mag Skulpturen ohne Löcher und Schatten“, sagte er. Er bevorzugte helle Steine, über die sich das Tageslicht ohne jegliches Hindernis ausbreiten konnte.

Rodin hatte ihm die Gestaltung von Profilen und die Ballung mehrerer Gesten in einer umso kraftvolleren Bewegung gelernt. Pompon ist ein Vertreter der klassischen Skulptur, der auch die Künstlergeneration von Aristide Maillol bis Constantin Brancusi angehört. Es gelang ihm in der Bildhauerkunst von 1900 bis 1914 eine Alternative zur kubistischen Dekonstruktion zu finden.


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