Georges Seurat
Landschaft mit „Dem armen Fischer“ von Puvis de Chavannes

Landschaft mit „Dem armen Fischer“ von Puvis de Chavannes
Georges Seurat (1859-1891)
Landschaft mit „Dem armen Fischer“ von Puvis de Chavannes
Um 1881
Öl auf parkettierter Tafel
H. 17,5; B. 26,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Paysage avec "Le Pauvre Pêcheur" de Puvis de Chavannes [Landschaft mit „Dem armen Fischer“ von Puvis de Chavannes]


1881 stellt Puvis de Chavannes seinen Armen Fischer auf dem Salon der Société des artistes français aus. Die meisten Kritiker reagieren auf dieses Werk sehr heftig. Doch die Reaktion der jungen Künstler ist grundverschieden, viele von ihnen - Maurice Denis, Eugène Carrière, Paul Gauguin, Odilon Redon und Paul Signac – erwähnen das Gemälde in ihren Schriften. Der arme Fischer führt auch zur Entstehung von zwei Werken. Bei dem einen handelt es sich um ein Gemälde von Aristide Maillol, das dem Vorbild treu bleibt (im Musée des Beaux-Arts von Nancy, Leihgabe an das Musée d'Orsay) und bei dem anderen um die freiere Interpretation von Georges Seurat.

1879 malt Seurat auf eine kleine Holztafel eine Landschaft von Saint-Ouen. Auf die Rückseite malt er eine Landschaft, die auf der linken Seite noch zu erkennen ist: ein Haus und einen blühenden Baum. Kurz nachdem Seurat Puvis' Werk auf dem Salon entdeckte, übermalt er die rechte Seite der Tafel mit seiner Version des Armen Fischers. Er führt das Bild zweifellos aus dem Gedächtnis aus, das Format ist quadratischer als das Original und gibt die verschiedenen Farbzonen und die großen Linien der Komposition wieder. Farbskala und Pinselstrich dieser „Kopie“ lassen die Gemälde der beginnenden 1880er Jahre ahnen.
Verschiedene Kritiker betrachteten dieses Werk auf Grund der fehlerhaften Signatur Puvisse de Chavannes, die Seurat rechts unten anbrachte, als ein Zeichen von Spott. Doch angesichts der Bewunderung junger Künstler für Puvis de Chavannes, des persönlichen Charakters dieser „Skizze“ sowie der Stellung eines zweiundzwanzigjährigen Künstlers verglichen mit einem Mitglied der Jury des Salons lassen darauf schließen, dass es sich bei dem Bild um eine Hommage Seurats handelt.

Heute werden die beiden Seiten der Tafel getrennt aufbewahrt. Die Landschaft mit Holzhaufen, die ursprünglich auf der anderen Seite zu sehen war, befindet sich im Metropolitan Museum von New York.


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