Cuno Amiet
Schneelandschaft

Schneelandschaft, oder Großer Winter
Cuno Amiet (1868-1961)
Schneelandschaft, oder Großer Winter
1904
Öl auf Leinwand
H. 178; B. 235 cm
© M.u.D. Thalmann, CH-3360 Herzogenbuchsee

Schneelandschaft, oder Großer Winter


Bei diesem Großformat von über vier Quadratmetern handelt es sich um ein Gemälde des Schweizer Malers Cuno Amiet. Schneelandschaft besticht durch das Übermaß der feinen weißen Farbabstufungen, inmitten derer der Skiläufer wie ein kleiner dunkler Punkt erscheint. In Opposition zur endlosen Weite der Schneelandschaft wirkt seine Größe verschwindend gering. Bei der Darstellung dieser prächtigen Alpenlandschaft geht es dem Maler vielleicht darum, symbolisch das Durchqueren einer weißen, blendenden, stillen Wüste zu zeigen: Hat die Strecke, die der Skiläufer zurücklegt, für ihn auch geistigen Wert?

Trotz der erdrückenden Unendlichkeit dieser feindseligen Natur ist der eigensinnige Lauf des Lebens nicht aufzuhalten. Das wird durch die lineare und kurvenreiche Spur angedeutet, die die flockigen Stellen durchquert, der Skiläufer ist durch ein unsichtbares Ziel, das er erreichen will, motiviert. Obwohl das Ziel außerhalb der Bildfläche angesiedelt ist, zweifeln wir nicht an seiner Existenz und auch nicht an der Kapazität des Skiläufers, dieses Ziel zu erreichen. Diese Entschlossenheit vermindert den Eindruck der Hilflosigkeit des Menschen in dieser grandiosen Landschaft.

Der zu Unrecht verkannte Cuno Amiet war Mitglied der Schule von Pont-Aven, ein Schüler Hodlers und mit Giovanni Giacometti und Giovanni Segantini befreundet. Dass dieses Unverständnis vielleicht auf der Eigentümlichkeit seines künstlerischen Schaffens beruhen könnte, davon zeugt auch dieses sonderbare Gemälde, das am Rande der zeitgenössischen Kunstrecherchen anzusiedeln ist.


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