Maurice Denis
Oktoberabend

[Oktoberabend] [Tafel für die Dekoration eines Mädchenzimmers
Maurice Denis (1870 - 1943)
[Oktoberabend] [Tafel für die Dekoration eines Mädchenzimmers
1891
Öl auf Leinwand
H. 37,5; B. 58,7 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Soir d'octobre [Oktoberabend] [Tafel für die Dekoration eines Mädchenzimmers]


Oktoberabend aus dem Jahr 1891 entsteht zu einer Zeit, als die Kunst von Denis synthetischer wird. Er gehört der Gruppe der jungen Nabis an, die sich vor allem dekorativen Gemälden widmen, wie der Maler Jan Verkade bestätigt: „ein Schlachtruf ging von einem Atelier zum anderen: keine Staffeleibilder mehr [...] nur noch dekorative Malerei“.

1892 wird das Werk mit drei anderen Gemälden (Septemberabend, April und Juli) auf dem 8. Salon des Indépendants präsentiert. Die Serie trägt den Titel Poetisches Motiv (vier Tafeln für die Dekoration eines Mädchenzimmers). Obwohl der Winter fehlt, wurde das Werkensemble oft als Jahreszeitenzyklus interpretiert. Dieses Motiv wurde schon von Poussin, Boucher, Cézanne und 1892 von Vuillard behandelt. Man wollte darin auch die symbolische Darstellung der vier Schlüsselmomente im Leben einer Frau erkennen. Bei Oktoberabend handelt es sich vermutlich um die Verlobung. Die junge Frau im rosa Kleid ist wahrscheinlich Marthe Meurier, die zukünftige Frau des Malers, in Begleitung ihrer Schwester Eva. Die symbolistische Szene wirkt wie eine Opfergabe an seine Verlobte und ist Ausdruck der Erregung des jungen Malers.

Durch die feinen, perlmutt- bis goldbraunen Farbabstufungen wirkt das Bild sehr harmonisch. Durch das geschickte Spiel der Arabesken der weiblichen Silhouetten und durch die japanisch anmutenden netzartige Rinde der Kastanienbäume erweist sich Maurice Denis hier als einer der Begründer der Art Nouveau.


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