Henry van de Velde
Teetisch

Teetisch
Henry van de Velde (1863-1957)
Teetisch
1896
Padukholz
H. 65; B. 43 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda

Table à thé [Teetisch]


Schon die ersten Möbelstücke von Van de Veldes bringen zum Ausdruck, wie meisterhaft er seine Kunst beherrscht. Er wird später seine Formensprache, die er intuitiv entworfen hat, schriftlich festhalten: „Ein schönes Objekt muss nützlich sein”, „Die Linie muss den Zweck ausdrücken, den sie erfüllt”, „Die Ornamentik muss aus der Form hervorgehen und darf nicht hinzugefügt werden”.

Diese Prinzipien zeichnen den Teetisch aus, den er für den Brüsseler Bankier Louis Bauer 1896 entworfen hat. Die strenge Linienführung, die organische Elemente aufweist, entbehrt jeglicher überflüssiger Verzierung, wodurch die anmutig geschwungene Form stärker zum Tragen kommt. Die sorgfältige Ausführung zeugt davon, mit welcher Hingabe sich Van de Velde dem Kunsthandwerk widmete. Die auf die Herstellung verwandte Sorgfalt lässt spüren, wie sehr sich der Designer nach der verlorenen Schönheit der vorindustriellen Gesellschaft zurücksehnt. Mit seiner neuartigen Formensprachen selbst für die einfachsten Gebrauchsgegenstände bemüht er sich darum, diese Schönheit wiederzufinden.


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