Eva Gonzalès
Loge im italienischen Theater

Loge im italienischen Theater
Eva Gonzalès (1849-1883)
Loge im italienischen Theater
1874
Öl auf Leinwand
H. 98; B. 130 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Une loge aux Italiens [Loge im italienischen Theater]


Die Impressionisten widmeten sich gern dem Motiv des Theaters, insbesondere der Loge, dem Ort gesellschaftlicher Beziehungen. Das berühmteste Werk auf diesem Gebiet ist zweifellos Die Loge (Londres, Courtauld Institute Galleries), das Renoir auf der ersten impressionistischen Ausstellung 1874 präsentiert. Die erste Version von Eva Gonzalès' Bild ist etwa um dieselbe Epoche entstanden. Es soll angeblich 1874 auf dem Salon abgelehnt worden sein, wurde erst 1879 in überarbeiteter Fassung ausgestellt und erhielt sehr positive Kritiken.

Die junge Malerin erklärt sich als Schülerin von Manets, der ihr freundschaftlich zur Seite steht. Sowohl das „moderne” Sujet als auch die ausgeprägten Kontraste, durch die der Glanz der entblößten Körperpartien und die hellen Stoffe auf dem dunklen Untergrund verstärkt zum Tragen kommen, lassen deutlich Manets Einfluss erkennen. Der Blumenstrauß auf dem Logenrand verweist nahezu direkt auf den Meister, er erinnert an jenen, der Olympia überreicht wird. Man fragte sich sogar, ob Manet nicht unmittelbar an der Komposition des Gemäldes beteiligt war, da es eine von ihm ausgeführte Pastellversion gibt. Er beließ es jedoch bei dieser Vorstudie. Auch die eigenartig hervorgehobenen Figuren – die Modelle waren Henri Guérard, der Gatte der Künstlerin, und Jeanne Gonzalès, ihre Schwester – erinnern an Manets Ansatz, dem Betrachter nie eine eindeutige Auslegung des Sujets zu ermöglichen, dadurch verhinderte er ein Abgleiten ins Anekdotische und übertriebene Gefühlsbetontheit.


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