Antoni Gaudí
Eckvitrine

Eckvitrine
Antoni Gaudí (1852-1926)
Eckvitrine
Zwischen 1904 und 1906
Eiche mit Kehlungen, Originalglas mit Abschrägung
H. 232; B. 82; T. 63 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Vitrine en encoignure [Eckvitrine]


Dieses Stück erinnert an den Stil der Casa Batlló von Barcelona, wo Gaudí von 1904 bis 1906 arbeitete. Der Industrielle José Batlló hatte ihn beauftragt, sein Haus, das 1877 von dem Architekten Luis Sala Sânchez erbaut worden war, umzugestalten. Gaudí führt völlig neuartige architektonische Formen ein.

In der Wohnung, die der Besitzer im zweiten Stock bewohnt, ist dieselbe geschwungene Linienführung zu erkennen wie an der Fassade. Die Räume haben weder ebene Flächen noch orthogonale Linien und sind wie organische Zellen angeordnet. Täfelungen, Fenster- und Türeinfassungen verschmelzen mit den Wänden.
Die Vitrine des Speisezimmers ist ein Einzelstück und legt beredtes Zeugnis ab von dieser vollkommenen Integration. Sie bildet eine jener organischen Auswüchse, die aus der Wand hervorkommen und den Raum beleben. In der subtilen Wölbung der Oberfläche und dem Zuschnitt der Holzplatten klingen die vertikalen Traveen der ersten zwei Stockwerke der Fassade an.


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