James Abbott McNeill Whistler
Arrangement in Grau und Schwarz

Arrangement in Grau und Schwarz N°1, oder Porträt der Mutter des Künstlers
James Abbott McNeill Whistler (1834-1903)
Arrangement in Grau und Schwarz N°1, oder Porträt der Mutter des Künstlers
1871
Öl auf Leinwand
H. 144,3; B. 162,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi

Arrangement en gris et noir n°1, portait de la mère de l'artiste [Arrangement in Grau und Schwarz N°1, oder Porträt der Mutter des Künstlers]


Trotz seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft bewegt sich Whistlers künstlerische Karriere zwischen London und Paris. 1856 schreibt er sich in das Atelier von Charles Gleyre an der Ecole des Beaux-Arts ein und, um eine bessere Verbreitung seiner Werke zu erzielen, assoziiert er sich zwei Jahre später mit Alphonse Legros und Fantin-Latour. Letzterer stellt ihn neben Manet und Baudelaire auf dem Gemälde Hommage an Delacroix dar und markiert auf diese Weise seinen Platz in der künstlerischen Pariser Avantgarde.
Whistler steht auch Courbet sehr nahe, der in ihm „seinen Schüler“ sieht.

Arrangement in Grau und Schwarz N°1, Porträt der Mutter des Künstlers erinnert allein schon aufgrund des doppelten Titels an die Stilisierung, der Whistler die realistische Ästhetik der Anfänge unterwirft. Die psychologische Treffsicherheit des Porträts tritt bei der formalen Kargheit der Komposition in den Vordergrund. Die chromatische und lineare Strenge des Werkes, in dem neutrale Töne dominieren, vertiefen die Recherchen des Malers im Bereich der Drucktechnik. Das wird im Gemälde vor allem durch das an der Wand gezeigte Bild Ansicht der Themse hervorgehoben.

Whistler lässt triviale Aspekte gänzlich fallen, gibt seinen Gemälden bald ausschließlich musikalische Untertitel, und räumt dem musikalischen Harmoniebegriff den Vorrang vor dem Thema ein. Das 1891 vom französischen Staat erworbene Bild gehört heute zu den berühmtesten Werken des amerikanischen Künstlers außerhalb der Grenzen der USA.


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