Emile Gallé
Hand mit Algen und Muscheln

Hand mit Algen und Muscheln
Emile Gallé (1846-1904)
Hand mit Algen und Muscheln
1904
Heiß geformtes Glas, Einschlüsse von Metalloxyd, Marmorierungen, Flach- und Hochreliefapplikationen, Glasschliff
H. 33,4; B. 13,4 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Hand mit Algen und Muscheln
Hand mit Algen und Muscheln
Hand mit Algen und Muscheln (Ausschnitt)
Hand mit Algen und Muscheln (Ausschnitt)
Hand mit Algen und Muscheln (Ausschnitt)

La Main aux algues et aux coquillages [Hand mit Algen und Muscheln]


Diese nach oben zeigende rechte Hand ist zweifellos das letzte und zu vollkommener technischer Reife gelangte Werk des Glaskünstlers aus Nancy. Das Glas wurde heiß geformt und mit polychromen Applikationen, zum Teil als Hochrelief versehen. Es wurde 1904 in Nancy in einer Vitrine mit dem Titel Meeresgrund ausgestellt.

Das Meer liefert Gallé zahlreiche Dekorationsmotive im Sinne der von Baudelaire eingeführten Symbolik:
„Du freier Mensch, Du liebst das Meer voll Kraft,
Dein Spiegel ist's. In seiner Wellen Mauer,
Die hoch sich türmt, wogt Deiner Seele Schauer (...)“

Die Form der Hand erinnert sowohl an buddhistische Kultgegenstände, als auch an antike Votivgaben oder mittelalterliche Reliquiare. Sie scheint eine mündliche Überlieferung der Familie zu bestätigen, nach welcher sie eine Protestgeste gegen ein Ereignis des russisch-japanischen Krieges (1904-1905), nämlich die bei Port-Arthur versenkten russischen Schiffe, sein soll.


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