Claude Monet
Die Rue Montorgueil in Paris

Die Rue Montorgueil in Paris. Fest des 30. Junis 1878
Claude Monet (1840-1926)
Die Rue Montorgueil in Paris. Fest des 30. Junis 1878
1878
Öl auf Leinwand
H. 81; B. 50 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La Rue Montorgueil à Paris. Fête du 30 juin 1878 [Die Rue Montorgueil in Paris. Fest des 30. Junis 1878]


Man könnte glauben, Die Rue Montorgueil stelle wie ihr Pendant Die Rue Saint-Denis (Rouen, Musée des Beaux-arts) die Feierlichkeiten am 14. Juli dar. Das Gemälde entstand jedoch am 30. Juni 1878 anlässlich des dem „Frieden und der Arbeit” gewidmeten Festes, das die Regierung in jenem Jahr eingeführt hatte. Dieses Ereignis gehörte zu den Feierlichkeiten der dritten Pariser Weltausstellung, die seit einigen Wochen eröffnet war und symbolisierte Frankreichs Aufschwung nach der Niederlage von 1870. Es legt Zeugnis ab von dem nationalen, republikanischen Enthusiasmus wenige Monate nur nach den heftigen Zusammenstößen 1876-1877 zwischen Republikanern und Konservativen. Der 14. Juli wird erst 1880, zwei Jahre später, zum französischen Nationalfeiertag erklärt.

Dieses Gemälde bietet eine verfremdete Ansicht einer urbanen Landschaft, der Maler mischt sich nicht unter die Menge, er beobachtet sie vom Fenster aus. Die drei Farben, die Monet zum Schwingen bringt, sind die des modernen Frankreichs.

Die impressionistische Technik bestehend aus zahlreichen kleinen Pinselstrichen suggeriert das lebhafte Treiben der Menge und das Flattern der Fahnen. Aus diesem Grund ist der amerikanische Historiker Philip Nord der Ansicht, dass das Bild eine gelungene Darstellung des „republikanischen Moments“ ist, der das Entstehen einer demokratischen Gesellschaft und seine Verwurzelung im zeitgenössischen Frankreich kennzeichnet. Mit diesem Gemälde zeigt Monet einen verborgenen Aspekt der Moderne und gleichzeitig agiert er fast wie ein „Berichterstatter“


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