Paul Cézanne
Die Kartenspieler

Die Kartenspieler
Paul Cézanne (1839-1906)
Die Kartenspieler
Zwischen 1890 und 1895
Öl auf Leinwand
H. 47,5; B. 57 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Les joueurs de cartes [Die Kartenspieler]


Cézanne hatte gewiss im Museum seiner Heimatstadt Aix-en-Provence Die Kartenspieler der Brüdern Le Nain gesehen. In den 1890er Jahren beschäftigt sich der Künstler wiederholt mit diesem Caravaggio nachempfundenen Motiv. Die Haltung der beiden Spieler mutet außergewöhnlich ernst an. Anstelle subtiler Gesten und Blicke besticht dieses Bild durch die massigen Silhouetten und die stillschweigende Konzentration der Figuren.
Die Flasche, auf der sich das Licht spiegelt, bildet die Mittelachse des Bildes. Sie unterteilt den Raum in zwei symmetrische Bereiche, durch die die Opposition der Spieler verstärkt zur Geltung kommt. Bei Letzteren soll es sich angeblich um Bauern handeln, die der Maler auf dem väterlichen Gut Jas de Bouffan in der Umgebung von Aix beobachtet hat. In dem Pfeife rauchenden Mann erkannte man den Gärtner „Père Alexandre“ wieder.

Diese Leinwand unterscheidet sich von den insgesamt fünf Versionen zu diesem Thema durch ihre nüchterne Ausführung. Alles trägt zu der monumentalen Komposition bei, die das prächtige farbliche Klanggefüge zur Geltung bringt.

Die wiederholte Darstellung der Kartenspieler in Cézannes Spätwerken führte zu einer interessanten Interpretation: Könnte die Gegenüberstellung der beiden Spieler nicht den Kampf symbolisieren, den der Künstler gegen seinen Vater führen musste, um Anerkennung für seine Malerei zu finden, die hier durch die „Spielkarte“ dargestellt wird?


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