Gustave Courbet
Nackte Frau mit Hund

Nackte Frau mit Hund
Gustave Courbet (1819-1877)
Nackte Frau mit Hund
Um 1861-1862
Öl auf Leinwand
H.65; B. 81 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Femme nue au chien [Nackte Frau mit Hund]


Auf dem Gemälde steht zwar 1868, das Jahr, in dem es zum ersten Mal öffentlich ausgestellt wurde, doch es entstand zweifellos schon 1861/1862. Als Modell diente dem Maler Léontine Renaude, seine damalige Geliebte.

Das Thema Erotik wird durch die Beziehung der Frau zu ihrem Hund suggeriert. Die Zuneigung zu dem Tier steht als Metapher für die sinnliche Liebe zum Geliebten, dem Betrachter dieser Szene..
In Courbets Gemälde klingen verschiedene Einflüsse an. Die Haltung des Modells, der Faltenwurf und die Landschaft im Hintergrund sowie die Gegenwart des kleinen Hundes, des Symbols der Treue, verweisen auf Tizian. Doch die junge Frau verfügt nicht über die klassische Schönheit einer Danaë, ihre Gesichtszüge wirken gewöhnlich. Die nahezu vollkommenen Rundungen und das samtige Aussehen ihres Körpers dagegen schwächen das realistische Postulat ab..
Das Vergnügen, dem sich die junge Frau hingibt, ohne sich des Betrachters bewusst zu werden, erinnert auch an die galante Malerei des 18. Jahrhunderts, die im Zweiten Kaiserreich wieder entdeckt wurde..

Diese Quellen lassen erkennen, wie sehr der Künstler darum bemüht war, den Akt zu erneuern. Anhand des Gemäldes wird deutlich, wie sich Courbets weiblicher Akt zu einer galanteren Darstellungsform entfaltet. Im Vergleich zu den Badende von 1840 (Montpellier, Musée Fabre) ist die Silhouette der jungen Frau klarer umrissen, der Pinselstrich leichter, die Haut glatter. Wäre die Ausführung dieser Nackten Frau mit Hund ebenso roh wie die der Badenden, dann hätte sie zweifellos Anstoß erregt.

Courbet-Dossier


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