Winslow Homer
Sommernacht

Sommernacht
Winslow Homer (1836-1910)
Sommernacht
1890
Öl auf Leinwand
H. 76,7; B. 102 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Nuit d'été [Sommernacht]


Während des Sezzessionskrieges fertigt Winslow Homer zunächst für die Berichterstattung Zeichnungen an, dann geht er dazu über, mit der naturalistischen Präzision, die damals in der amerikanischen Malerei vorherrscht, alltägliche Szenen des militärischen und ländlichen Lebens zu malen. Nach einem Aufenthalt in Paris übernimmt er für kurze Zeit Anregungen der impressionistischen Malerei, dann findet er seinen endgültigen Platz auf halbem Weg zwischen Realismus und Symbolismus. Sommernacht illustriert diese Synthese hervorragend und kann daher als eines der ersten Meisterwerke einer identitätssuchenden amerikanischen Kunst angesehen werden.

Diese Nachtszene an der ozeanischen Küste tranzendiert die Beobachtung der Realität durch einen ausgeprägten Sinn für das Poetische und das Geheimnisvolle. Das Helldunkel kreiert ungewisse Formen und zwei gespenstische Frauengestalten tanzen am Ufer. Das Gemälde erinnert unweigerlich an Die Wellen von Courbet, aber die mystisch gefärbte Poesie, die bei Homer zum Ausdruck kommt, trägt eher zu der Schaffung eines eigenen amerikanischen Naturgefühls bei.


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