Jean-Léon Gérôme
Empfang von Condé in Versailles

Empfang von Condé in Versailles
Jean-Léon Gérôme
Empfang von Condé in Versailles
1878
Öl auf Leinwand
H. 96,5; B. 139,7 cm.
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Réception de Condé à Versailles [Empfang von Condé in Versailles]


1674 schickt sich Ludwig XIV. an, den Prinzen von Condé, der vor kurzem als Sieger aus der Schlacht bei Seneffe gegen Wilhelm von Oranien hervorging, zu empfangen. Dadurch setzt er dem fast fünfzehnjährigen Exil, zu dem „sein Cousin“ auf Grund des Fronde-Aufstands gegen die königliche Macht verurteilt worden war, ein Ende.

Gérôme bringt in das relativ kleinformatige Gemälde seine Leidenschaft für historisch getreue Rekonstruktion ein. Um die Szene glaubwürdig zu gestalten, nimmt er verschiedene ikonografische Quellen zu Hilfe: Druckgrafiken vom Versailler Schloss sowie Porträts der dargestellten Figuren.Die Ansicht von unten und die Dezentrierung des dem Bild zugrundeliegenden großen X verleiht dem Gemälde Dynamik. Gérôme verwendet eine subtile Farbpalette, die Farben der Kleidung und der Fahnen beleben die helle Atmosphäre und den kalten Marmor.

Gérôme malt dieses Gemälde in der Hoffnung, es dem Herzog von Aumale zu verkaufen, der zu jener Zeit das Schloss von Chantilly, das vormals im Besitz Condés war, einrichtet. Die Transaktion findet nicht statt und das Gemälde wird an den amerikanischen Millionär William Henry Vanderbilt verkauft. Anschließend erhält es das Metropolitan Museum von New York zwischen 1886 und 1903 als Leihgabe, in Frankreich dagegen wird das Werk dank der Verbreitung zahlreicher Druckgrafiken bekannt. Nach dem zweiten Weltkrieg fällt es zeitweise in Vergessenheit.

Während die antiken und religiösen Motive des Malers im Musée d’Orsay schon gut vertreten waren, erhält dank dieses jüngsten Erwerbs nun auch die Historienmalerei Einzug in die Sammlungen des Museums.


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