Albert Ballu
Wiedergabe des Forums der antiken Stadt Timgad in Numidien (Thamugadi, Algerien), Längsschnitt

Wiedergabe des Forums der antiken Stadt Timgad in Numidien (Thamugadi, Algerien), Längsschnitt
Albert Ballu 1849-1939
Wiedergabe des Forums der antiken Stadt Timgad in Numidien (Thamugadi, Algerien), Längsschnitt
1893-1900
Aquarell
H. 95; B. 488 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Wiedergabe des Forums der antiken Stadt Timgad in Numidien (Thamugadi, Algerien), Längsschnitt

Restitution du forum de la ville antique de Timgad en Numidie (Thamugadi, Algérie),coupe longitudinale [Wiedergabe des Forums der antiken Stadt Timgad in Numidien (Thamugadi, Algerien), Längsschnitt]


Timgad ist eine der größten, auf Kaiser Trajans Befehl gebauten Städte Algeriens. Sie wurde etwa im Jahr 100 unserer Zeitrechnung nach dem, für den römischen Städtebau typischen Plan in Quadraten um die Hauptlagerachsen Decumanus maximus (Ost-West-Richtung) und Cardo (Nord-Süd-Richtung) angelegt. An der Kreuzung der beiden Straßen erhebt sich das Forum, an dem sich das politische, juristische, religiöse und wirtschaftliche Leben der Stadt abspielt. Der Längsschnitt zeigt die Gebäude im Westen des Forums. Links befindet sich zunächst der dem Jupiter Capitolinus geweihte Tempel mit seiner Säulenhalle, dann folgt das Theater, dessen wunderbares Bühnenhaus reich mit marmornen Säulen, Nischen und Statuen geschmückt ist und auf dessen Gipfel man an speziellen Masten ein großes Zeltdach zum Schutz vor der Sonne befestigen konnte und schließlich kommen die verschiedenen Gebäude des Forums, Tempel, Senat und zum Abschluss der Trajansbogen.

Diese drei, im Musée d’Orsay beherbergten, hervorragenden Wiedergaben von Timgad, zeugen von einer der ältesten Ausgrabungsstätten der französischen archäologischen Schule. Die Arbeiten beginnen 1880, 1889 übernimmt Albert Ballu die Leitung. Dieser Architekt ist sowohl im Neubau, als auch in der Restaurierung historischer Bauwerke tätig. Er wird dreißig Jahre lang Chefarchitekt des Amtes für historische Bauwerke in Algerien sein, wo er auch die Ausgrabungen in Tebessa leitet und die Kathedrale von Algier vollendet. Ihm wird ebenfalls die Errichtung des Algerienpalastes für die Weltausstellungen von 1889 und 1900 übertragen.

Diese außerordentlichen Zeichnungen geben Aufschluss über den extremen Reichtum Timgads, das wegen der luxuriösen Materialien, die hier verwendet wurden – blauer und weißer Kalkstein, Sandstein und Marmor, wegen der zahlreichen Skulpturen, der Inschriften und der prachtvollen Mosaiken auch „das algerische Pompeji“ genannt wird.


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