Gustav Klimt
Rosen unter Bäumen

Rosen unter Bäumen
Gustav Klimt (1862-1918)
Rosen unter Bäumen
Um 1905
Öl auf Leinwand
H.110; B.110 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot


Rosen unter Bäumen (Ausschnitt)
Rosen unter Bäumen (Ausschnitt)

Rosiers sous les arbres [Rosen unter Bäumen]


Rosen unter Bäumen entstand wie die meisten Landschaften Klimts während der Sommerferien in Litzlberg, wo sich der Maler 1904 und 1905 aufhielt. Die Leinwand ist nach Art eines dekorativen Bilds oder eines Mosaiks mit Farbtupfern oder kurzen Pinselstrichen bedeckt. Klimts Landschaften zeichnen sich durch zunehmende Abstraktion aus, obwohl er weiterhin nach Vorlagen arbeitet. Was der Maler beobachtet, dient nur als Auslöser. Das eigentliche Sujet des Gemäldes ist der Bildaufbau an sich.

Das Laubwerk, das auf einen schmalen, horizontalen Grasstreifen folgt, bildet den Mittelpunkt des Gemäldes. Klimt entwickelt auf dem gesamten Bild ein Geflecht aus hellgrünen bis dunkelgrünen Farbtupfern, die einen Kontrast zu den rosa, blasslila und gelben Tönen bilden. Durch diese Flecken lösen sich die Bestandteile der Landschaft, in der man nur dank einiger grundlegender Merkmale – die angedeuteten Stämme und die winzigen Farbabstufungen des Laubwerks – einen Obstgarten erkennen kann. Nur die kleinen Lücken oben links und rechts geben den Blick in den Himmel frei.

Im Gegensatz zu den Impressionisten interessiert sich Klimt nicht für die wechselnden Lichtverhältnisse. Er inspiriert sich an den plastischen Erkenntnissen der Neoimpressionisten und arbeitet mit Hilfe seiner Kenntnis der französischen Malerei eine höchst eigenständige Bildsprache aus. Die Ornamentik steht im Vordergrund, sie verdrängt die Landschaft, die sie bewusst abschirmt, als sei der Anblick der Leere unerträglich.


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