Gustave Le Gray
Seebild, Wolken

Seebild, Wolken
Gustave Le Gray (1820-1884)
Seebild, Wolken
Zwischen 1856 und 1857
Albuminabzug von Kollodium-Glasnegativ
H. 32; B. 39 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Marine, étude de nuages [Seebild, Wolken]


„Und es war an der Zeit, dass sich die Kunst auch damit befasste”: begrüßt Nadar Gustave Le Grays Eintritt in die Fotografie in Quand j'étais photographe, einem Werk, das 1900 erschien. Tatsächlich schafft Le Gray mit seinen reinen Landschaftsbildern, den Ansichten des Waldes von Fontainebleau um 1855 oder den Seebildern von 1856/1857 wahre Kunstwerke. Er verzichtet auf jegliches anekdotische Detail und verleiht den Bildern dadurch eine universelle Dimension.

Dieses Seebild, bei dem es sich eher um eine prächtige Studie des Himmels handelt, ist zweifellos eines der beeindruckendsten und poetischsten Werke Le Grays. Er verwendet als Erster in so großem Umfang die 1851 entwickelte Kollodium-Nassplatte und erweist sich als ein vollendeter Meister dieser Technik. Dank dieses Verfahrens gelingt es ihm trotz unterschiedlicher Belichtungszeit gleichzeitig die Bewegung der dichten Wolkenmassen und das Licht des Himmels wiederzugeben. Le Gray vollbringt eine wahre Glanzleistung, indem er zwei Negative – eines für die Wolken, das andere für das Meer - miteinander kombiniert.

Rund zwanzig Seebilder von Le Gray waren sowohl in London als auch in Paris von Erfolg gekrönt. In der Revue photographique von 1859 bezeichnet man sie als „zauberhafte Bilder” und es heißt weiter: „Es gibt nichts Schöneres als diese Seebilder, selbst talentierte Maler betrachteten diese Fotografien voller Bewunderung”.


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