Maison Froment-Meurice
Toilettenensemble der Herzogin von Parma

Toilettenensemble der Herzogin von Parma
François-Désiré Froment-Meurice (1802-1855) unter Mitarbeit des Architekten Duban, der Bildhauer Feuchère und Geoffroy-Dechaume, des Zierschreiners Liénard, der Emaillekünstler Sollier, Grisée, Meyer-Heine
Toilettenensemble der Herzogin von Parma
Um 1847
Silber, teilweise vergoldet, vergoldetes Kupfer, Email auf Kupfer, blaues Glas, Smaragde und Granat
H. 210; B. 188 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda


Toilettenensemble der Herzogin von Parma
Présentation des oeuvres de Froment-Meurice à l'exposition nationale des produits de l'industrie agricole et manufacturière, Paris, 1849

Coffret de Toilette de la duchesse de Parme [Toilettenensemble der Herzogin von Parma]


Dieses Ensemble wurde 1845 anlässlich der Heirat von Luise-Theresia von Bourbon, der Enkelin Karls des X., mit dem zukünftigen Herzog Karl III. von Parma durch Subskription von den legitimistischen Damen Frankreichs in Auftrag gegeben. Das Dekor ist Ausdruck der Idealisierung des königs- und gottestreuen Mittelalters, es verherrlicht auch die traditionellen Werte Frankreichs sowie die heiligen Bande der Ehe. Lilien und Rosen, die Embleme Frankreichs, werden von Efeu, das für eheliche Treue steht, umrankt.
In diesem erlesenen Mobiliar, das vor der Übergabe an die Herzogin 1851 auf der Weltausstellung in London präsentiert wurde, verschmelzen Stilelemente verschiedener Zivilisationen – Abendland und Morgenland – sowie unterschiedlicher Epochen, von König Ludwig IX. (Saint Louis) bis Louis XIV.
Die Schmuckkästchen, deren Form an die maasländischen Schreine aus dem 12. Jahrhundert erinnern, zieren Bildnisse von zwanzig Französinnen – darunter Blanche de Castille, Jeanne-d’Arc und Clémence Isaure –, die sich durch ihre Frömmigkeit, ihren Mut und ihre literarische Gabe auszeichneten. In der Wasserkanne und dem Becken vermischen sich Stilelemente der islamischen Kunst und der Renaissance, während die Armleuchter auf in Bronze gearbeitete Vorbilder aus dem 17. Jahrhundert zurückgreift. Das Ensemble zeichnet sich durch seinen Eklektizismus aus, der für die angewandte Kunst des Zweiten Kaiserreichs prägend sein sollte.


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