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Joseph Pennell (1857-1926) und die Kathedralen in Frankreich

Saal 68

Joseph PennellDie Kathedrale von Chartres: der Chorumgang an der Nordseite© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Joseph Pennell ist ein talentierter Architekturzeichner des goldenen Zeitalters der illustrierten Presse in Amerika. Mit dem Wirtschaftsaufschwung der 1890er Jahre verzeichnet die Publikation von Zeitschriften und Illustrierten einen großen Erfolg bei den Lesern der Mittelklasse. Besonders beliebt sind die Reiseerzählungen oder Travelogues. Die Zeitschriften Harper’s Monthly, Scribner’s oder Century Magazine veröffentlichen somit die Erzählung über die Abenteuer eines Autors und eines Illustrators, die sie auf eine Reise rund um die Welt geschickt hatten. 1888 wendet sich Richard Watson Gilder, der Direktor der Zeitschrift Harper's Monthly, Scribner's oder Century Magazine veröffentlichen somit die Erzählung über die Abenteuer eines Autors und eines Illustrators, die sie auf eine Reise rund um die Welt geschickt hatten.

1888 wendet sich Richard Watson Gilder, der Direktor der Zeitschrift Century Magazine von New-York, an Mariana Griswold van Rensselaer für die Redaktion mehrere Artikel über die Kathedralen in Frankreich, im Anschluss an eine ersten Arbeit über die englischen Kathedralen mit Joseph Pennell. Letzterer unternimmt im Vorfeld vier Erkundungsreisen nach Frankreich. Ausgestattet mit seinem großformatigen Velinpapierheft fertigt er Tintenlavierungen mit Gouache-Akzenten der eindrucksvollen architektonischen Details an.

Als er seine Werke 1908 den nationalen Museen schenkt, bringt Pennell den Willen zum Ausdruck, Frankreich ein Zeugnis über den Erhaltungszustand seiner Kathedralen zu geben, in einer Zeit, in der in Europa die Erhaltung des Kulturguts eine hohe Bedeutung einnimmt, um letztendlich in den Zuständigkeitsbereich des Staates zu fallen Allerdings handelt es sich bei diesen Werken nicht nur um "künstlerische Unterlagen über Architektur und Geschichte" zur Illustrierung der sehr didaktischen Texte von Mariana Griswold.

Als bildhafte Erinnerungen an die Reiseerzählungen bieten sie ebenfalls ein markantes Portrait des lokalen Lebens und der malerischen urbanen Landschaften Frankreichs, die eine besondere Faszination auf Penell ausübten. Im Vordergrund sind durch einige ausdrucksstarke Tintenstriche Kirchengänger, Bauern, Handwerker und Spaziergänger angedeutet, die diese Werke beleben. Im Hintergrund gründet der Realismus der Architektur auf der Präzision der durch vibrierende Lichtkontraste hervorgehobenen Details.
Mariana Griswold verfasst fünf Artikel über die französischen Kathedralen. Die Ehefrau von Pennell, die Journalistin Elisabeth Robins Pennell, veröffentlicht 1899 eine illustrierte Gesamtausgabe der Zeichnungen ihren Mannes.

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