Zeichnen Hängungen

Etienne Dinet, Zeichnungen für „Antar, ein arabisches Heldenepos“.

Von Dienstag, 14. Oktober 2014 bis Januar 2015, Saal 68


Etienne DinetAntar auf seinem Pferd, gestützt auf eine Lanze© Musée d'Orsay (dist. RMN-Grand Palais) / Patrice Schmidt
Antar, ein arabisches Heldengedicht der vorislamischen Zeit erzählt das außergewöhnliche Schicksal von Antar, dem Sohne der Sklavin Zebiba und des Emirs Cheddad, einem Helden mit außergewöhnlicher Kraft. Er ist in die schöne Abla verliebt und muss im Zuge einer abenteuerlichen Reise quer über die arabische Halbinsel zahlreiche Prüfungen bestehen und Kämpfe bestreiten, bevor er ein freier Mann wird und endlich seine Geliebte heiraten kann. Mehrere Jahre nach der Hochzeit wird Antar infolge eines Verrats ehemaliger Feinde getötet. Dieses Buch wurde in einem blumigen Stil von Marcel Devic (1864) übersetzt und 1898 in gekürzter Version im Verlag Edition d'Art von Henri Piazza in einer limitierten Luxusausgabe von 300 nummerierten Exemplaren mit Illustrationen von Etienne Dinet herausgegeben. Dank der Schenkung des Sammlers Jules Maurice Audéoud gehören alle Zeichnungen für diese Ausgabe sowie die entsprechenden Gravuren zum Fonds für Grafik des Musée d'Orsay (265 Werke). Die nicht signierten dekorativen Bilder des Buchs wurden von Jeanne Dinet-Rollince, der Schwester des Künstlers, angefertigt.

Als orientalistischer Maler pflegte Etienne Dinet (1861-1929) eine besondere Beziehung zu Algerien, das er 1884 entdeckte. Ab dem darauf folgenden Jahr lebte er abwechselnd in Frankreich und Algerien und wohnte einen Teil des Jahres in Bou Sâada bei seinem Freund, dem Schriftsteller Sliman Ben Ibrahim, der ihn in die arabische Kultur einführte. 1913 trat er zum Islam über, nahm den Vornamen Nasreddine an und pilgerte 1929 nach Mekka. Parallel zu seiner Aktivität als Maler illustrierte Dinet mehrere Werke für den Verlag Edition d'Art, bei denen es sich um Adaptionen von arabischen Legenden handelte. Er initiierte auch das Projekt zur Illustration des Antar-Epos. Zur Vorbereitung seiner Zeichnungen reiste er nach Ägypten, war aber von diesem Aufenthalt enttäuscht. Er fand seine Inspiration erst in Laghouat, einer Kolonialstadt auf algerischem Gebiet am Rand der Sahara in Bou Sâada. Seine Zeichnungen zeugen von seiner Kenntnis der Wüste und der Beobachtung der Einwohner, gleichzeitig vermitteln sie eine zugleich realistische und geträumte Sicht eines exotischen Orients, die den Erwartungen des westeuropäischen Publikums entspricht.

Paul Signac: Venedig, die „Santa Maria della Salute“

Salle 69

Paul SignacDie Kirche Santa Maria della Salute in Venedig© RMN-Grand Palais (musée d'Orsay) / Adrien Didierjean
Während der Besichtigungsreisen von Signac, die ihn durch die großen europäischen Häfen führen, er die Städte Venedig 1904 und 1908, Marseille und Rotterdam 1906 und Istanbul 1907 aufsucht, fertigt dieser Künstler zahlreiche Zeichnungen, gemalte Studien über das Motiv und die Kartons mit Tusche und Tinte für seine mit größter Sorgfalt im Atelier entworfenen Werke an.

Im Jahr 1904 lässt sich der Maler unter dem Einfluss seiner Interpretation von The Stones of Venice (dt. „Steine von Venedig“) von Ruskin von den Farben der Stadt der Dogen, „diese Verzauberung der Farben, die insbesondere von den Bauwerken und Stoffen ausgeht“ (Ruskin), verführen.

Im Jahr 1904 lässt sich der Maler unter dem Einfluss seiner Interpretation von Pierres de Das Meisterwerk der venezianischen Barock-Architektur „Santa Maria della Salute“ bildet den Bestandteil zahlreicher, Signac begeisternder Monumente, in denen der Künstler die instinktiven Vorschriften der Division und des Kontrastes erkennt.

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