Musée d'Orsay: Wenn die Natur auf frischer Tat ertappt wird.Fotografien von Charles Aubry (1811-1877)

Wenn die Natur auf frischer Tat ertappt wird.
Fotografien von Charles Aubry (1811-1877)

ARCHIV
2011

Fotografie
Charles AubryQuitten© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
„PRINZ, Um das Studium der Natur zu vereinfachen, habe ich sie auf frischer Tat zu ertappen versucht, und ich verschaffe den Arbeitern Modelle, welche den Wert der technischen Zeichnungen, die ja durch das knapp bemessene Budget der Kunsthochschulen etwas gefährdet sind, zwangsläufig erhöhen werden.“ Diese Zeilen stehen als Einleitung in einem dem kaiserlichen Prinzen gewidmeten Fotoalbum, und geben einen Überblick über die Zielsetzungen, Strategien und den sozialen Kontext eines Unternehmens, das auf dem Gebiet der an Abenteuern reichen Fotografie zur Zeit des Zweiten Kaiserreichs in Frankreich typisch war: es gehörte einem Entwurfzeichner für Stoffmodelle, der im Jahre 1864 im Alter von 53 Jahren seinen Beruf aufgab und eine Gießerei und ein Atelier einrichtete, um Fotografien von Pflanzen herzustellen.

Angesichts der erfolgreichen Arbeiten Adolphe Brauns zehn Jahre zuvor hoffte Aubry, dadurch reich zu werden, indem er den Kunsthochschulen und technischen Zeichnern eine Alternative zu ihren Vorlagen (Stiche und Lithografien) lieferte.
Da die Konkurrenz mit England sehr stark war, stand seine Produktion im Mittelpunkt der Gespräche über die Lage der angewandten Kunst in Frankreich, deren Qualität aufgrund des an den Kunsthochschulen herrschenden Unterrichtssystems, das höchst reformbedürftig war, stark gesunken war. Die erwarteten offiziellen Aufträge ließen jedoch auf sich warten und im Jahr darauf musste er Konkurs anmelden.

Ausstellungsleitung

Thomas Galifot, conservateur au musée d'Orsay

22 April - 28 August 2011
Musée d'Orsay
Salle 17
Salle 21

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