Traum und Wirklichkeit

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2011

tableau
Jean Auguste Dominique Ingres, Alexandre DesgoffeVenus in Paphos© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Franck Raux
Der Mensch des 19. Jahrhunderts sucht angesichts der tiefgreifenden Veränderungen, die die Gesellschaft erschüttern und des Bruchs zwischen Vergangenheit und Moderne nach seiner Identität. Die Künstler fühlen sich von der zeitgenössischen Welt angezogen und akzeptieren die daraus folgende Industrialisierung und die neuen Lebensbedingungen. Doch auch die Mythologie, Legende und antike Zivilisation, Traum und Fantasie bilden den Nährboden ihrer Inspiration.

Manche Künstler schützen sich vor der modernen Welt, indem sie sich in eine heroische Vergangenheit flüchten. Sie erwecken mythologische (Degas, Moreau oder Maxence), literarische oder musikalische Episoden zu neuem Leben. Der Krieg von 1870 inspiriert die einen zu wirklichkeitsgetreuen Darstellungen der Kämpfe (Clairin), andere wie Meissonier oder Gustave Doré vermischen Allegorie und Wirklichkeit.
Die schwindelerregende, beunruhigende Entwicklung ihrer Umgebung – insbesondere um die Jahrhundertwende – veranlasst manche Künstler sich in ihr Inneres zurückzuziehen, sich ihrer Intuition, ihren Träumereien, dem Symbol hinzugeben.


Durch das Zwiegespräch mit sich selbst gelingt es dem Künstler, der Einzigartigkeit des Menschen, seinem leiderfüllten, einsamen Schicksal, dem Geheimnis von Leben und Tod Ausdruck zu verleihen.

Kurator

Caroline Mathieu, Chefkonservatorin, musée d'Orsay

Seoul, National Art Center, 4. Juni bis 25. September 2011
Singapur, National Museum of Singapore, 25. Oktober 2011 bis Februar 2012

4 Juni 2011 - 10 Februar 2012

Séoul, Singapour


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