"Photography Not Art"
Der Naturalismus von P.H. Emerson (1886-1895)

ARCHIV
2010

Fotografie
Peter Henry EmersonThe Lone Lagoon© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
1895, nur zehn Jahre nachdem er die Medizin zugunsten der Fotografie aufgegeben hatte, veröffentlicht Peter Henry Emerson Marsh Leaves, seinen letzten illustrierten Band. Man kann sich heutzutage nur schwer vorstellen, was der Leser angesichts der schlichten, verschwommenen Landschaftsbilder empfunden haben mag. Die Bilder seines ersten Bandes Life and Landscape on the Norfolk Broads, der 1886 erschienen war, zeichnen sich durch ihre Erdverbundenheit und Naturnähe aus.

Die beiden Bände sind ein beredtes Zeugnis für die Entwicklung des Künstlers. Diente ihm für ersteren Jean-François Millet als Vorbild – dokumentarische Ansprüche stehen im Vordergrund -, so erinnert sein letztes Werk an James Abbott Mc Neill Whistler und die japanische Kunst, es besticht durch seine Poesie. Im 21. Jahrhundert fällt zwar sogleich die radikale Formensprache ins Auge, die Emersons Kunst erreicht hat, es ist indes schwieriger sich eine Vorstellung von den heftigen Debatten zu machen, die das Erstwerk des Meisters seinerzeit hervorrief.
Anhand der Schriften des Begründers der naturalistischen Fotografie wird offensichtlich, dass sich hinter den ruhigen Gewässern des ländlichen, zeitlosen Englands einer der umstrittensten Polemiker der Geschichte der Fotografie verbirgt.

Ausstellungsleitung

Thomas Galifot, Konservator im Musée d'Orsay

16 März - 29 August 2010
Musée d'Orsay

Raume 67 und 68

Zutritt mit Eintrittskarte ins Museum



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