Der Innenarchitekt und Kunstliebhaber. Entwürfe für Innenausstattungen

ARCHIV
2008

Marcel Kammerer (1878-1969)
 Grand hôtel Wiesler à Graz (Autriche), salle des fêtes  [Grand Hotel Wiesler in Graz (Österreich), Festsaal]
 1909
 Bleistift, Feder und Tinte, Aquarell und Gouache auf Transparentpapier
 Paris, Musée d'Orsay
Marcel KammererGrand Hotel Wiesler in Graz (Österreich), Festsaal© DR - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Im 20. Jahrhundert wird der Innenarchitekt, der mit dem Dekor und der Einrichtung eleganter Wohnsitze betraut ist, beinahe kanonisiert. Heutzutage ist diese Tätigkeit zwar keine Besonderheit mehr, doch in der Anfangsphase, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wird sie von bewusst unabhängigen Persönlichkeiten wie Eugène Lami, Antoine Zoegger oder Jules Allard ausgeübt. Der Innenarchitekt rivalisiert nun mit dem Architekten, der nach wie vor in erster Linie für die Ausstattung zuständig ist.

In der Nachfolge von Dekorateuren wie Percier und Fontaine, die als Begründer des Empirestils gelten, wird die Innenausstattung zu einer zentralen Frage. Die Raumaufteilung, die Wahl der Farben, der Standort der Möbel und die Präsentation von Kunstgegenständen sind Ausdruck sozialer Anerkennung und des Zeitgeschmacks der europäischen Eliten.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts unterstreichen die avantgardistischen Bewegungen die Rolle, die der Innenausstattung als Ausgangspunkt für das neuerwachte Interesse für die Umgebung, zukommt. Die Entwürfe von Félix Duban bis Henry Van de Velde, von Antoine Zoegger bis George Niedecken sind alles andere als anekdotisch, sie haben den Zeitgeschmack stark geprägt.

Ausstellungsleitung

Olivier Gabet, Konservator für Kulturgut im Musée d'Orsay.

12 Februar - 4 Mai 2008
Musée d'Orsay

Galerie für grafische Künste


Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter