Die Weltausstellungen, wirkliche und utopische Architektur

ARCHIV
2007

Edouard Loviot
 Une salle des fêtes dans la galerie des Machines, exposition universelle de 1900  [Ein Festsaal in der Machinengalerie, Weltausstellung 1900]
 1898
 Feder und Aquarell
 Paris, Musée d'Orsay
Edouard LoviotEin Festsaal in der Machinengalerie, Weltausstellung 1900© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Die Weltausstellungen, die seit 1851 das Leben der Hauptstädte rhythmisch gliedern, fungieren immer wieder als Labore, als Orte der Neuerungen im Bereich der Architektur und der Dekoration. Die Idee einer internationalen, friedlichen Auseinandersetzung, welche Handel, Industrie und Bildende Künste vereint, wird zum ersten Mal in London mit dem Crystal Palace, , einem durch seine Transparenz, seine Dimensionen und seine Bautechnik revolutionären Gebäude, verwirklicht.


1855 versucht die erste französische Weltausstellung mit dem Palais de l'Industrie. auf die glänzende Londoner Leistung zu antworten. Dieses Gebäude am unteren Ende der Champs Elysées war ursprünglich als dauerhaftes Bauwerk gedacht, wurde aber dann am Ende des Jahrhunderts zerstört, um der neuen Weltausstellung von 1900 Platz zu machen. Von letzterer sind im Pariser Stadtbild heute noch bedeutende Elemente, wie das Grand Palais, das Petit Palais und die Brücke Alexander III. erhalten. Zwischenzeitlich hält das Eisen 1889 mit dem Palais des Beaux-Arts et des Arts Libéraux, der Galerie des machines und dem 300-Meterturm (Eiffelturm)einen triumphalen Einzug in der Stadt.


Die zunächst wenig ausgedehnten Austellungen werden ab 1867 immer mehr zu wunderlichen, vergänglichen bunten Siedlungen und geraten in Konflikt mit der richtigen Stadt, wenn sie sich in deren Zentrum befinden. In Paris bedeckt die Weltausstellung 1900 im Vergleich zu der des Jahres 1855 nach und nach das Marsfeld, die Esplanade des Invalides, den Trocadero, einen Teil der Champs-Elysées, sowie die beiden Seineufer zwischen Trocadero und Champs-Elysées. Die 1855 bedeckte Fläche beträgt 16 Hektar, 1900 sind es 135 Hektar.


Die Fantasie der Architekten und die Vielfalt der Gebäude werden durch die reichhaltige Sammlung des Museums und des Eiffelfonds an Architektenzeichnungen, mit denen ganz erstaunliche Realisationen wieder zum Leben erwachen, bestens illustriert.

Ausstellungsleitung


Caroline Mathieu, Chefkonservatorin im Musée d'Orsay.

19 Juni - 16 September 2007
Musée d'Orsay

Galerie für grafische Künste

 


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