Um seine großen Dschungelbilder zu realisieren, die aus ihm den Pionier eines neuen Exotismus’ machen und ihm den Erfolg sichern, findet er, der Frankreich nie verlassen hat, seine Inspiration in der Volkskunst und den Geschichten seiner Zeit. In der Ausstellung werden ungefähr 12 Gemälde gezeigt: Kämpfe zwischen wilden Tieren und furchterregende Wälder hängen neben friedlichen Szenen, die drollige, menschenähnliche Affen ins Bild setzen.
Als Kontrapunkt zu diesen exotischen Gemälden werden Selbstportraits, Portraits, Landschaftsbilder aus Paris und seinen Vorstädten sowie Allegorien gezeigt. So soll der Schaffensprozess des Künstlers, der –
wie Gauguin, aber auf gänzlich andere Art – einer der Vorreiter des Primitivismus’ ist, deutlicher erkenntlich gemacht werden. Manchen seiner Szenen entströmt ein bedrohliches Gefühl, das die auf fast zehn Jahre später entstandenen Dschungelbildern herrschende Angst schon vorwegnimmt. Rousseau besitzt die Fähigkeit, das Bekannte fremd erscheinen zu lassen und ist damit ein Wegbereiter des Surrealismus. Heute erscheint er als eine der Galionsfiguren der Kunst des 20. Jahrhunderts.
Ausstellungskommissarin
Claire Frèches-Thory, Generalkonservatorin im Musée d’Orsay
Die Ausstellung wird auch in London (Tate Modern) vom 3.11.2005 bis 5.2.2006 und in Washington (National Gallery) vom 16.7. bis 15.10.2006 gezeigt.



![Henri Rousseau
(1844-1910)
La charmeuse de serpents [Die Schlangenbeschwörerin]
1907
Öl auf Leinwand
H. 169; B. 189,5 cm
Paris, musée d'Orsay,Vermächtnis von Jacques Doucet, 1936](typo3temp/pics/b37cadb874.jpg)


