Ferdinand Hodler (1853-1918)

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Ferdinand HodlerSelbstporträt© Musée d'Art et d'Histoire / photo Bettina Jacquot-Descombes
Gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ist Hodler einer der bedeutendsten symbolistischen Maler. Aufgrund seiner ausdrucksstarken Kunst, seiner herausragenden Wandmalereien und seiner vereinfachten Malerei wird er oftmals mit den allgemein anerkannten Meistern Rodin und Puvis de Chavannes verglichen. Doch Hodler bleibt in Frankreich relativ unbekannt, während er der Schweizer Maler schlechthin ist und in Deutschland und Österreich als einer der Begründer der modernen Kunst gilt.
Die Ausstellung des Musée d’Orsay präsentiert 80 Gemälde, von denen die meisten in Frankreich noch nie öffentlich zu sehen waren, und rund dreißig Zeichnungen und Fotografien.

Von Bern nach Genf: schwierige Anfangszeit

Ferdinand HodlerMädchen mit Mohnblume© Kunstmuseum, Bern
Hodlers Ankunft in Genf gegen Ende 1871 kennzeichnet den eigentlichen Beginn seiner künstlerischen Laufbahn. Zuvor war er bei seinem Stiefvater, einem Schildermaler, und danach bei dem Vedutenmaler Ferdinand Sommer in die Lehre gegangen. Der 1853 in Bern geborene junge Mann, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, erhielt eine eher handwerkliche Ausbildung. Als sein Vater, ein Kunstschreiner, stirbt, ist Hodler noch ein Kind. Mit vierzehn Jahren ist der Älteste von sechs Geschwistern Vollwaise. Voller Entschlossenheit strebt er die heiß ersehnte Künstlerlaufbahn an.

In Genf, dem damaligen Kunstzentrum der Schweiz, wird der Kunstprofessor Barthélémy Menn, ein Freund von Corot und ehemaliger Schüler von Ingres, auf Hodler aufmerksam. Hodler wird zwischen 1872 und 1877 von ihm ausgebildet. Diese Lehrzeit ist für den jungen Künstler maßgebend: unter Menns Einfluss wendet sich Hodler von dem traditionellen pittoresken Stil ab und entwickelt eine Landschaftsmalerei, die auf Form, Zeichnung und genauer Beobachtung des Motivs begründet ist. Menn vervollständigt Hodlers künstlerische Ausbildung und macht ihn mit der französischen Malerei vertraut. Courbets Werk wird ihn nachhaltig beeinflussen.

Ferdinand HodlerLe bois des Frères © Kunstmuseum Solothurn
Das Selbstporträt Der Student zeigt den Künstler zu Beginn seiner Karriere. Es entstand 1874, als Hodler seine Bilder zum ersten Mal in Genf ausstellte und an Wettbewerben teilnahm. Er ist so ehrgeizig, dass er sich sämtlichen Gattungen widmet: Historienbilder und Schweizer Ansichten sind gefragt, da das Land nach einer künstlerischen Identität und einem Nationalmaler sucht, Auftragsarbeiten, Landschaften, Genreszenen.

Hodlers Malerei zeichnet sich durch ihren unerbittlichen Realismus aus: seine Kunst erregt die Aufmerksamkeit der Genfer Kritiker, die in zwei Lager gespalten sind. Das eine prangert seine Vorliebe für Häßlichkeit an, das andere rühmt seine originelle Kunst, die einer nationalen Schweizer Malerei den Weg bereitet. Man beginnt zwar sich für Hodler zu interessieren, doch ist es ihm kaum möglich, von seiner Kunst zu leben. Sein Aufenthalt in Madrid 1878 erweist sich als glückliches Zwischenspiel, das jedoch angesichts größter finanzieller Schwierigkeiten nur von kurzer Dauer ist.

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