Victor Baltard (1805-1874). Eisen und Pinsel

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Eine langwierige Baustelle

Charles MarvilleLes Halles centrales, pavillon Baltard. Paris (Ier arr.)© Charles Marville / Musée Carnavalet / Roger-Viollet
Im Februar 1854 werden die Bauarbeiten fortgesetzt. Der Unternehmer Pierre François Joly aus Argenteuil, einer der Wegbereiter der Metallkonstruktion, wird mit den Berechnungen der Struktur und dem Aufbau beauftragt. Er liefert auch die Eisenteile.
Die gusseisernen Teile, vor allem die 10 m hohen Säulen, werden von der Gießerei Mazières in der Nähe von Bourges und von der Firma Muel, Whal et Cie im Departement Maas angefertigt und dann nach Paris befördert.

Die verwendete Materialmenge ist beträchtlich: allein für den östlichen Gebäudetrakt werden 1 500 Tonnen Gusseisen und Eisen benötigt. Die ersten Bauarbeiten werden schnell durchgeführt: schon im Oktober 1857 werden die ersten zwei Pavillons eingeweiht und ein Jahr später ist der gesamte östliche Teil (sechs Pavillons) abgeschlossen. Zwischen 1858 und 1874 entstehen vier weitere Pavillons. Die letzten beiden Pavillons, die die Kornhalle umgeben, werden erst in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen vollendet.

Ein außerordentlicher Erfolg

AnonymeMaison Braillon© Musée d'Orsay / Patrice Schmidt
Der allgemeine Erfolg der Hallen ist auf „die damalige Begeisterung für Metallkonstruktionen zurückzuführen‟, erklärt Baltard in seiner Monographie des halles centrales de Paris (1863). Der Architekt setzt die neuen Industriematerialien in einer bisher nicht dagewesen Form ein. Die äußere Verkleidung der Pavillons besteht aus einer Metallstruktur mit einem Sockel aus Backstein und einer Schicht aus braunem Stein aus den Vogesen, wodurch das Bauwerk außergewöhnlich dekorativ wirkt.

Statt Unterzügen, die Baltard zufolge nicht zuverlässig genug und unästhetisch sind, sichert er die großen Spannweiten durch riesige Träger. Sein zeichnerisches Talent kommt in dem Dekor der gusseisernen Teile zur Geltung.
Professionelle Zeitschriften sowie die großen Tageszeitungen jener Zeit wie L'Illustration oder L'Univers illustré heben die herausragende Ästhetik der Metallstruktur hervor, die durch das seitlich einfallende Licht verstärkt zum Tragen kommt.

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