Gegenüberstellungen Musée d'Orsay / Moderne Kunst

Das Prinzip besteht darin, einen zeitgenössischen Künstler einzuladen, einem seiner eigenen Werke ein Werk des Museums gegenüberzustellen. Aus dem so entstehenden Dialog erwächst die Möglichkeit, die Sammlungen in neuem Licht zu sehen und ihre noch immer aktive Modernität ganz anders zum Schwingen zu bringen.

Paul Gauguin, Maison du Jouir [Haus der Wonnen] Robert Mangold, Column Structure I
l Gauguin, Maison du Jouir Robert Mangold, Column Structure I
In der Kunst des 1937 geborenen amerikanischen Künstlers tritt unverkennbar der Einfluss von Newman und Rothko sowie des abstrakten Expressionismus zutage. Robert Mangold beschäftigt sich mit der Monumentalmalerei und ihrer unmittelbaren Wirkung: ihre Gegenwart hat sofortige Auswirkungen, durch ihre ungewöhnliche Ausstrahlung dehnt sich der konkrete Raum der Leinwand auf die Umgebung aus. Minimalismus bedeutet eine radikale Einschränkung der Geste des Künstlers, bei der der intellektuelle Aspekt im Vordergrund steht, Mangold dagegen stellt stets eine komplexere Realität dar, wo sich in erster Linie Malerei und Monumentalität miteinander verbinden. Mangold eröffnet der Malerei neue Perspektiven – eine neue Freiheit -, die Wahrnehmung nimmt den wichtigsten Platz ein, überschwängliche Effekte werden durch sparsame Mittel vermieden.

Mangold wählte die von Gauguin für seine Hütte in Atuana, Tahiti, geschnitzten Holztafeln des Haus der Wonnen (1901) auf Grund der architektonischen Ausführung des Werks aus.

 

Quartier de l'Opéra [Das Opernviertel]
Annette Messager, Les Mystères de Paris [Die Mysterien von Paris]
Seit Beginn der 1970er Jahre arbeitet Annette Messager an ihrem anspruchsvollen Werk, das ihre facettenreiche Persönlichkeit widerspiegelt. Der autobiografische Aspekt steht im Vordergrund, die Kunst dient als Medium, um der Individualität Annette Messagers – der „Spielerin“ und „Sammlerin“ - Ausdruck zu verleihen...

Ihr Werk entbehrt jeglichen Konzepts und jeglicher Theorie, es ist voller Überraschungen, Ironie und Weitblick. Es erzählt von der Kindheit, dem Reiz des Mysteriösen und der Irrealität im Alltäglichen.

Das Modell des Opernviertels zeugt von Annette Messagers Interesse für Bewegung: das Werk verneint jeglichen vorab vorhandenen Genius loci, es schafft seinen eigenen Raum. Die Künstlerin spielt mit den Maßstäben, neue Lebewesen bewohnen einen Teil der Stadt, die riesig und winzig zugleich ist, deren gespenstische, leere und furchterregende Straßen, Schauplatz einer fantastischen Erzählung sein könnten...

Ausstellungsleitung


Serge Lemoine, Präsident des Musée d'Orsay, unter Teilnahme von Olivier Gabet, Konservator im Musée d'Orsay

30 Mai - 3 September 2006
Musée d'Orsay

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