Schuld und Sühne

Théodore GéricaultEtude de pieds et de mains© Musée Fabre de Montpellier Agglomération – cliché Frédéric Jaulmes
Die Ausstellung Schuld und Sühne deckt eine Zeitspanne von rund zwei Jahrhunderten ab: von 1791, als Le Peletier de Saint-Fargeau die Abschaffung der Todesstrafe fordert, bis zum 30. September 1981, als sie per Gesetz in Frankreich abgeschafft wird. Während all dieser Jahre schuf die Literatur zahlreiche kriminelle Figuren. Der Titel der Ausstellung ist Dostojewski entlehnt. In der Presse, insbesondere in den illustrierten Tageszeitungen, wird die fantasievoll anmutende Darstellung der blutigen Gewalttat durch die literarischen Vorbilder gesteigert.

Zur gleichen Zeit wird dieses Thema auch von den Künstlern aufgegriffen. Bedeutende Maler wie Goya, Géricault, Picasso oder Magritte inspiriert die Darstellung eines Mordes oder einer Hinrichtung zu herausragenden Werken. Auch das Kino verfällt dem zweifelhaften Reiz dieser blutigen Gewalttat, die hier bisweilen zu einer sinnlichen, genussvollen Handlung wird.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird die verbrecherische Veranlagung Gegenstand der Wissenschaft. Man versucht nachzuweisen, dass der Verbrecher an seiner Physiognomie zu erkennen ist. Diese Theorien werden maßgeblichen Einfluss auf die Malerei, Bildhauerei und Fotografie ausüben. Und letztendlich die Strafe als Reaktion auf das Verbrechen: Die Motive des Galgens, der Garrotte, der Guillotine oder des elektrischen Stuhls sind allgegenwärtig.

Jenseits des Verbrechens wird auch hier die Frage nach dem Bösen aufgeworfen und, jenseits der sozialen Umstände, die Frage nach der metaphysischen Angst. Die Kunst findet eindrucksvolle Antworten auf diese Fragen. Ästhetik der Gewalt, Gewalt der Ästhetik – Anliegen dieser Ausstellung ist es, mittels Bilder, Literatur und Musik beides in Einklang zu bringen.

Das Museum informiert Sie, dass manche der ausgestellten Werke bei den Besuchern (insbesondere bei den jungen Besuchern) Anstoß erregen können.

Ein Projekt von

Robert Badinter

Generalkommissariat

Jean Clair, Mitglied der Académie française, emeritierter Generalkonservator für Kulturgut

Ausstellungsleitung

Laurence Madeline, Konservatorin im Musée d'Orsay
Philippe Comar, Professor an der Ecole nationale supérieure des Beaux Arts

Organisation der Ausstellung: Öffentliche Einrichtung des Musée d'Orsay.

Sie erhielt die Unterstützung von:

16 März - 27 Juni 2010
Musée d'Orsay

Ausstellungsraum

Spezielle Erhöffnung
Ausstellung nur
Am Mittwoch, 23. Juni
am Freitag 25. Juni
und am Samstag, 26. Juni
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