Théodore GéricaultEtude de pieds et de mains© Musée Fabre de Montpellier Agglomération – cliché Frédéric Jaulmes
Zur gleichen Zeit wird dieses Thema auch von den Künstlern aufgegriffen. Bedeutende Maler wie Goya, Géricault, Picasso oder Magritte inspiriert die Darstellung eines Mordes oder einer Hinrichtung zu herausragenden Werken. Auch das Kino verfällt dem zweifelhaften Reiz dieser blutigen Gewalttat, die hier bisweilen zu einer sinnlichen, genussvollen Handlung wird.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird die verbrecherische Veranlagung Gegenstand der Wissenschaft. Man versucht nachzuweisen, dass der Verbrecher an seiner Physiognomie zu erkennen ist. Diese Theorien werden maßgeblichen Einfluss auf die Malerei, Bildhauerei und Fotografie ausüben. Und letztendlich die Strafe als Reaktion auf das Verbrechen: Die Motive des Galgens, der Garrotte, der Guillotine oder des elektrischen Stuhls sind allgegenwärtig.
Jenseits des Verbrechens wird auch hier die Frage nach dem Bösen aufgeworfen und, jenseits der sozialen Umstände, die Frage nach der metaphysischen Angst. Die Kunst findet eindrucksvolle Antworten auf diese Fragen. Ästhetik der Gewalt, Gewalt der Ästhetik – Anliegen dieser Ausstellung ist es, mittels Bilder, Literatur und Musik beides in Einklang zu bringen.
Das Museum informiert Sie, dass manche der ausgestellten Werke bei den Besuchern (insbesondere bei den jungen Besuchern) Anstoß erregen können.
Ein Projekt von
Robert BadinterGeneralkommissariat
Jean Clair, Mitglied der Académie française, emeritierter Generalkonservator für KulturgutAusstellungsleitung
Laurence Madeline, Konservatorin im Musée d'OrsayPhilippe Comar, Professor an der Ecole nationale supérieure des Beaux Arts
Organisation der Ausstellung: Öffentliche Einrichtung des Musée d'Orsay.






