Dank der unter Napoleon III. und der anschließenden Republik durchgeführten Veränderungen und Verschönerungen wird Paris zum Sinnbild dieser Metamorphosen. Die Hauptstadt wird zum Schauplatz einer von Fortschritt und Wissenschaft geprägten Epoche, zum Gastgeber mehrerer Weltausstellungen, wo Erfindungen, Konstruktionen und Kreativität miteinander wetteifern.
Während dieser Blütezeit wird die Kluft zwischen der offiziellen Kunst und den innovativen Künstlern immer größer. Impressionnisten, Neoimpressionnisten, Nabis sowie einzelne Künstler setzen sich für neue Ausdruckformen ein, die mit der Doktrin der Akademie brechen. Um die Jahrhundertwende bildet sich auf Anregung von Cézanne eine neue klassizistische Ordnung heraus.
Die Künstler jener Epoche beschäftigen sich mit der Bourgeoisie, ihrem Geschmack, ihrer familiären Ordnung, ihren Freizeitbeschäftigungen und Vergnügen. Unter dem männlichen Blick entwickeln sich die unterschiedlichsten Facetten der Aktmalerei. Ihre Interpretationen schwanken zwischen Lasterhaftigkeit und Tugend.
Parallel zu diesen beiden Wegen sind andere Künstler darum bemüht, die ideale, zeitlose Vorstellung von Glück mit der brodelnden Atmosphäre jener Zeit in Einklang zu bringen. Das Arkadien von Corots Nymphen verwandelt sich in flimmernde Sonnenstäubchen. Die alte Welt weicht einer neuen, in der die Verherrlichung der Natur im Vordergrund steht und Vergnügen und Ordnung Hand in Hand gehen.
Ausstellungsleitung
Caroline Mathieu, Chefkonservatorin im Musée d'OrsayIsabelle Cahn, Konservatorin im Musée d'Orsay
Die Ausstellung wurde vom Musée d'Orsay, Paris, und dem Munal, Museo nacional de arte, Mexiko organisiert.



![Paul Cézanne
(1839-1906)
Baigneurs [Badende]
Um 1890
Öl auf Leinwand
H. 60; B. 82 cm
Paris, Musée d'Orsay, Schenkung von Baronin Eva Gebhard-Gourgaud, 1965](typo3temp/pics/44e045830b.jpg)


