Der Gegenstand und sein Abbild

Kunsthandwerkliche Zeichnungen aus den Sammlungen des Musée d’Orsay

Zeichnung
Frédéric-Jules RudolphiEntwurf für ein emailliertes Schmuckbecken© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Muss die Rolle der Zeichnung in der Alchimie der Malerei nicht mehr bewiesen werden, so ist ihre Position im Bereich des Kunsthandwerks eher zurückhaltend.

Die im Kunsthandwerk benutzten „Musterblätter“, sehr begehrt was die Ornamentisten des 17. und 18. Jahrhunderts betrifft, müssen - was das 19. Jahrhundert betrifft - erst neu entdeckt werden, auch wenn das Schicksal nur einige wenige vor der Zerstörung bewahrt hat.Seit seiner Gründung bemüht sich das Musée d’Orsay um die Schaffung einer bedeutenden Sammlung dieser Zeichnungen. Hiervon wird eine Auswahl gezeigt, aus Beständen der wichtigsten Künstler wie Viollet-le-Duc, Lassus, Bracquemond, Bugatti, Gallé, Lalique, Van de Velde...

Von Modellen für Suppenschüsseln für das Haus Odiot bis zu Straußeneihaltern von Zoegger, von Goldschmiedzeichnungen von Rudolphi bis zu Entwürfen für bemalte Emailarbeiten von Grandhomme: alle diese Zeichnungen sind erstaunlich, wobei manche äußerst fein ausgearbeitet, andere hingegen von nüchterner Skizzenhaftigkeit sind, die schon das spätere Industriedesign ankündigt. Diese Musterblätter erinnern mit Glanz an den Reichtum der ornamentalen Zeichnung und des Kunsthandwerks, denn sie zeigen den ersten Einfall für eine noch auszuführende oder nie ausgeführte Arbeit oder sind sogar die einzige Hinterlassenschaft verlorener Gegenstände. Im Zusammenhang mit einigen Blättern werden die entsprechenden Sammlungsgegenstände ausgestellt.

Ausstellungskommissar


Olivier Gabet, Konservator im Musée d’Orsay

31 Januar - 30 April 2006
Musée d'Orsay

Galerie für grafische Kunst


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