Das neue Musée d'Orsay

Das „neue Orsay” in groben Zügen

Philippe de Montebello und Guy Cogeval© Tous droits réservés

Im März 2011 präsentierte Guy Cogeval, der Präsident der Musées d'Orsay et de l'Orangerie, im Rahmen eines Gesprächs mit Philippe de Montebello, dem ehemaligen Direktor des Metropolitan Museums of Art von New York und seit 2008 Mitglied des Verwaltungsrats der öffentlichen Einrichtung, die neue Konzeption des renovierten Museums. Nachstehend finden Sie einige Auszüge aus diesem Gespräch, das vollständig im Rapport d'activité 2010 (Geschäftsbericht) des Musée d'Orsay veröffentlicht wurde.

Der Anlass für den Umbau

Pavillon Amont© Musée d'Orsay / Sophie Boegly

„Ursprünglich war nur geplant, den Pavillon Amont des Museums zu nutzen [...]. Für den Umbau dieses Flügels hätte man an einem Ende der großen Galerie eine Wand einziehen müssen, wodurch dieser Bereich nicht mehr genutzt werden könnte. Dies war der Ausgangspunkt für ein umfangreicheres Projekt [...]. Außerdem hegte ich schon seit langem den Wunsch, die Beleuchtung und Präsentierung der Werke in den Ausstellungsräumen neu zu gestalten”.

Der Umbau der Säle

Pavillon Amont© Musée d'Orsay / Sophie Boegly

„Abgesehen vom Mittelschiff, dem Werk von Gae Aulenti und Anne Pingeot, wird alles verändert. Jean-Michel Wilmotte entwirft die impressionistische Galerie. Er konzipiert einen Bereich für Wechselausstellungen im ehemaligen Salle des colonnes. Dominique Brard und das Atelier de l'Ile ziehen im Pavillon amont fünf Ebenen ein. Das Gebäude war vorher noch nie genutzt worden. [...]. Die Brüder Campana, berühmte brasilianische Designer, konzipieren das Café des Hauteurs hinter der riesigen Uhr vollkommen neu. Ihr Werk ist eine Hommage an Gallé”.

Die farbigen Wandleisten

Postimpressionistischen Säle© Musée d'Orsay / Sophie Boegly

„Weiß wirkt sich mit Ausnahme der Kunst des 20. Jahrhunderts oder zeitgenössischer Kunst immer negativ auf ein Gemälde aus. Wenn Sie ein klassisches oder impressionistisches Gemälde auf einen weißen Grund hängen, treten keine kontrastierenden Tonwerte zutage. Meines Erachtens wird ein Gemälde durch die Farbe Weiß stark beeinträchtigt.
[...] Die Auswahl [der Farbe für die Wand] wird nicht in Bezug auf ein bestimmtes Gemälde getroffen, insgesamt muss es stimmen. Die Auswahl ist rein ästhetischer Natur”.

Die Hängung

Die impressionistische Galerie© Musée d'Orsay / Sophie Boegly

„Unser Anliegen war es, unter Berücksichtigung der einzelnen „Schulen” und herausragender Künstler die Präsentation neu zu gestalten. Sie soll auf den Betrachter anregend wirken. […] Überraschung auslösen, zum Nachdenken veranlassen. Die Werke werden anderen Disziplinen gegenübergestellt. [...] dieser pluridisziplinäre Ansatz war schon im ursprünglichen Projekt verankert.
[...] Ich möchte den Besuchern die besten Voraussetzungen bieten. Die Präsentation der Werke wird aufgelockert. Die Schaukästen werden auf die übrigen Exponate abgestimmt […]. Sie fördern den Dialog mit den anderen Künstlern. Die Präsentation wird „mehrstimmig sein, Kategorien werden hinterfragt”.


Die Zukunft

„2012 werden weitere Säle neu gestaltet. Es folgen die Ausstellungsbereiche Médian Seine. Der Abschluss der Umbauarbeiten ist für 2015 geplant”. Doch einstweilen wird das „neue Musée d‘Orsay” am 20. Oktober 2011 wieder eröffnet.

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