Das Universum von Alice Guy

ARCHIV
1970

Das Musée d’Orsay und die Gaumont Archive präsentieren Ihnen das Werk von Alice Guy (1873-1968), der Pionierin des Films.

Alice Guy ist eine Pionierin des Films. Als erste Filmregisseurin dreht sie 1896 La Fée aux choux. Sie arbeitet ab 1894 als Sekretärin für die Firma Gaumont und übernimmt kurze Zeit später die Leitung der Filmabteilung. Sie ist für alles zuständig: Regie, Überprüfung der Drehbücher, Rollenverteilung, Dekor, Kostüme. Sie verkehrt mit Erfindern und Ingenieuren wie den Brüdern Lumière oder Léon Gaumont, Jean-Baptiste Marey und Georges Demenÿ, und mit allen wichtigen Vertretern des politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens.

Von 1896 bis 1920 führt sie in Frankreich und später in den USA, wo sie ihr eigenes Filmstudio gründet, bei über 1000 Filmen (von einer Minute bis zu Spielfilmen) Regie. Sie beschäftigt sich mit dem Farbfilm, leistet Pionierarbeit bei der Entwicklung des Chronophons und von Tonfilmen. 1907 wandert sie in die USA aus und gründet ihre eigenen Firmen: die „ Solax”", die „Film Supply Co”, lässt zwei Studios bauen, übernimmt die Leitung der Schauspielergruppe „Solax Stock”, stellt Tänzerinnen der Ziegfeld Follies Girls und Soldaten der amerikanischen Armee als Statisten ein, verwendet Großaufnahmen, arbeitet mit wilden Tieren, filmt Schiffsexplosionen, Verfolgungsjagden mit dem Auto, dreht im Gefängnis von Sing Sing, dreht innerhalb eines Monats bis zu einem Spielfilm und zehn Kurzfilmen. Sie versucht sich an allen Gattungen: Komödien, Abenteuerfilmen, Dramen, Western, Märchen, Fantastischen Filmen, Science Fiction, Opernfilmen, Krimis, Dokumentar- und Kriegsfilmen, historischen Filmen, sowohl Kurz- als auch Spielfilme, in schwarz-weiß und in Farbe, sowie Stumm- und Tonfilme, von La Vie du Christ bis Edgar Allan Poe.

Die vier Programme zeigen einen Großteil ihrer französischen Filme (sie war für die Regie, Produktion oder Überprüfung der Drehbücher zuständig), die vor kurzem von Gaumont restauriert wurden sowie einige Filme aus ihrer amerikanischen Periode.

Die musikalische Begleitung dieser Stummfilme übernehmen die Studenten der Improvisationsklassen von Vincent Lê Quang, Riccardo Del Fra und Hervé Sellin des Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse von Paris.
Die Programme werden von Kritikern, Archivaren und Filmhistorikern vorgestellt.

 

27 - 29 Mai 2011
Musée d'Orsay

Auditorium Ebene -2

Programm 1: Frauen und Kinder

Stummfilm mit musikalischer Begleitung

Madame a des envies© Collection Musée Gaumont
Schon in einem ihrer ersten Filme La Fée aux choux (1900) beschäftigt sie sich mit dem Schicksal von Frauen und Kindern. Auf komische oder melodramatische Weise behandelt sie Themen wie Schwangerschaft (Sage femme de première classe, 1902; Madame à des envies, 1906), misshandelte Kinder (La marâtre, 1906), Feminismus (Les résultats du féminisme, 1906).

 
Fr 27 Mai 2011 - 20h00
Musée d'Orsay
Auditorium niveau -2

Programm 2: Darbietungen

Stummfilm mit musikalischer Begleitung

Alice Guy tournant une phonoscène © Collection Musée Gaumont
In der Anfangszeit des Kinofilms war es üblich, Darbietungen aller Art zu filmen, damit sie nicht nur einmal auf der Bühne gesehen werden konnten. Im Rahmen dieses Programms werden Tanzvorstellungen, Zirkusnummern mit Clowns oder dressierten Tieren, Zauberkunststücke und Sketche zu sehen sein. Den Abschluss bilden Lieder, die dank der von Alice Guy entwickelten Phonoszene, dem Vorfahren des Videoclips, gefilmt und synchronisiert wurden.

 
Sa 28 Mai 2011 - 16h00
Musée d'Orsay
Auditorium niveau -2

Programme 3: History of Laughter

Stummfilm mit musikalischer Begleitung

Portrait d'Alice Guy © Collection Musée Gaumont
Comedy was the leading genre in early cinematographic fiction. Alice Guy's show many variations on this theme. Through the use of makeup (La vérité sur l'homme singe [The Truth behind the Ape Man], 1906), decoration (Le frotteur [The Cleaning Man], 1907), special effects (Chirurgie fin de siècle [Turn of the Century Surgery], 1900), chases (Les cambrioleurs [The Burglars], 1898; La course à la saucisse [The Glue], 1907), these films prefigure the burlesque films of 1910 to 1920. Le billet de banque [The Bank Note] (1907) was an even more astonishing forerunner of the early Charlie Chaplin films.

 
Sa 28 Mai 2011 - 19h00
Musée d'Orsay
Auditorium niveau -2

Programm 4: Wie im Himmel so auf Erden

Stummfilm mit musikalischer Begleitung

La vie du Christ© Collection Musée Gaumont
Dieses Programm umfasst Dokumentarfilme, historische und religiöse Filme.Espagne (1905) ist zweifellos einer der bedeutendsten Dokumentarfilme von Alice Guy; er zeichnet sich insbesondere durch den Panoramaschwenk aus. La naissance, la vie et la mort du Christ (1906) ist ihr anspruchvollster und berühmtester Film. Er war die erste Großproduktion von Gaumont, bei der 300 Statisten mitwirkten.

 
So 29 Mai 2011 - 15h00
Musée d'Orsay
Auditorium niveau -2

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